WunderCar, mischt das Taxi-Geschäft auf!

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Die Shareconomy hat viele Bereiche unseres Lebens erfasst. Insbesondere in Ballungsgebieten wird das Teilen verschiedenster Dinge des Alltags immer populärer, wobei die Bereiche Mobilität und Transport einen besonders hohen Stellenwert einnehmen. Bike Sharing, Car Sharing, Mitfahrzentralen oder das Teilen heiß begehrter Parkplätze haben sich längst etabliert oder sind auf dem besten Weg dahin.

Das Hamburger Startup WunderCar tritt nun an, um mit seinem neuen Konzept das vorhandene Beförderungssystem vieler Städte zu ergänzen, wenn nicht gar umzukrempeln. Nach Meinung vieler hat WunderCar sogar das Potenzial, die Taxibranche in vielen deutschen und europäischen Metropolen nachhaltig zu verändern. Der Kopf dieses Konzepts ist Gunnar Froh, der als ehemaliger Manager der Airbn, einer etablierten Plattform für die Vermietung von Privatwohnungen für Urlauber oder Geschäftsreisende, bereits über einschlägige Erfahrungen auf dem Gebiet des Teilens von Ressourcen besitzt.

WunderCar
WunderCar (Quelle: Screenshot wundercar.de)

Die Idee von WunderCar: Chauffeurfahrten von Privat für Privat

Die Grundidee der Macher von WunderCar besteht darin, eine Community zu schaffen, in der Privatpersonen, mit ihren eigenen Fahrzeugen Chauffeurfahrten für andere Privatpersonen übernehmen. Der Zugang steht PKW-Besitzern offen, die Zeit und Lust dazu haben, die kommunikativ sind und gern Kontakt mit interessanten Menschen aufnehmen. Der Fahrer tritt hier nämlich nicht nur als Chauffeur auf, sondern ist zugleich Mitglied einer Community und fungiert dabei als City-Guide, Gesprächspartner und Freund.

Fahrgäste können den Service über eine Smartphone App buchen. Der potenzielle Fahrgast kann über die Anwendung feststellen, wo in unmittelbarer Nähe zu seinem Standort Fahrer nebst Fahrzeug verfügbar sind und seinen Wunschfahrer ordern. Fahrer können sich bei WunderCar bewerben und wenn sie gelistet werden, über die App Fahrgäste in ihrer Umgebung vermitteln lassen.

Clevere Lösung: Trinkgeld statt feste Gebühren

Für ihren Aufwand sollen Fahrer mit einem Trinkgeld vergütet werden, dessen Höhe der Fahrgast am Ende der Beförderung über die WunderCar App selbst bestimmt. Um ihm die Entscheidung über die Höhe des Trinkgeldes zu erleichtern, zeigt die Anwendung zur Orientierung, was andere für vergleichbare Strecken gezahlt haben. Mit diesem cleveren Manöver umgeht WunderCar die Bestimmungen des Personenbeförderungsgesetzes, das die Beförderung von Personen gegen Entgelt ohne gültige Lizenz untersagt. WunderCar sorgt letztendlich dafür, dass sich künftig mehr Normalverdiener ein Taxi leisten können, da die Preise deutlich unter denen der Branche liegen. Außerdem leistet das Unternehmen einen weiteren Beitrag dazu, dass immer mehr Menschen auf einen eigenen PKW verzichten. Dies spart nicht selten 300 bis 500€ monatlich an Betriebskosten.

Sicherheit und Bewerberauswahl bei WunderCar

Natürlich spielt das Thema Sicherheit beim Konzept von WunderCar eine besonders wichtige Rolle. Nicht jeder Bruchpilot und Verkehrsrüpel kann als Fahrer mitmachen. Bewerber müssen ihre Eignung in einem zweistündigen Trainings- und Bewerberverfahren unter Beweis stellen. Außerdem wird ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Das Punktekonto in Flensburg darf nicht mehr als 3 Punkte aufweisen. Eine Ortskundeprüfung ist in Zeiten der Smartphones mit Navigationssystem allerdings nicht notwendig.Nicht zuletzt muss das Fahrzeug einen aktuellen TÜV und 4 Türen haben, um dann das Logo von WunderCar anheften zu können.

Fazit: WunderCar ist ein spannendes Konzept mit viel Potenzial, das den innerstädtischen Personentransport bereichern wird. Nach dem Start, der noch in diesem Frühjahr in Hamburg und Berlin erfolgen soll, wird sich zeigen, wie die Reaktionen seitens der Konkurrenz aus dem Taxigewerbe und der Premium Chauffeurdienste ausfällt.

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