MEGA Fakten & Gerüchte um den Cloud-Dienst!

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Es ist gerade einmal vier Wochen her, dass der Internet Pionier Kim Schmitz alias Kim Dotcom seinen neuen Cloud-Speicherdienst MEGA (mega.co.nz) ins Rennen geschickt hat. Es wird also Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen und ein paar Eindrücke zu vermitteln.

mega.co.nz
MEGA (Bildquelle: Screenshot mega.co.nz)

Nachdem sich in der zweiten Jahreshälfte 2012 die Gerüchte verdichteten, dass der selbstbewusste Entrepreneur ein neues Projekt plane, wuchs das Interesse in der Szene. Als dann bekannt wurde, dass es sich bei dem neuen Projekt um einen neuen Sharehoster handelt und das Projekt MEGA am „ersten Jahrestag“ nach der großen Razzia auf seinem neuseeländischen Anwesen und seiner Verhaftung erfolgen sollte, rumorte es reichlich, und Spekulationen aller Art brodelten in der Gerüchteküche. Wohl dosierte Informations-Häppchen nährten die Spekulationen und lockten immer mehr Neugierige an, bis am 20.01.2013 der Startschuss für den Megaupload-Nachfolger MEGA fiel – natürlich nicht ohne eine große Party auf dem Anwesen in Neuseeland. Bezeichnenderweise wurde selbst das Video von der MEGA Eröffnungsparty durch YouTube in Deutschland zwischenzeitlich vom Netz genommen. Grund seien angebliche Urheberrechtsverletzungen. Nach einigem Hin und Her sowie Klageandrohungen gegen die GEMA ist es jetzt wieder zu sehen. So liefert MEGA regelmäßig Stoff für Diskussionen und Meldungen und Kim Dotcom sorgt über seinen Twitter-Account ständig für neue Nahrung.

Der Run auf MEGA legte beinahe das System lahm

Der Ansturm war zunächst so riesig, dass teilweise die Server lahmgelegt waren. Allein in den ersten 14 Stunden hatten sich angeblich bereits rund eine halbe Million User angemeldet und einen MEGA Account registriert. Das Angebot klingt ja auch verlockend, jedoch ist, ähnlich wie bei Rapidshare, trotz vielem Speichervolumen in der Free-Version und den „unteren Preisklassen“ der Traffic limitiert.

Bei der MEGA Gratis-Mitgliedschaft stehen dem User 50GB Online-Speicherplatz zur Verfügung. Wer mehr benötigt, bekommt in der Variante Pro I für knapp 10 Euro im Monat satte 500 GB und verfügt über 1Terabyte Transfervolumen. In der Version Pro II für 19,99 Euro verdoppelt sich die Kapazität auf 2TB und das Transfervolumen erhöht sich auf 4TB, während in der Variante Pro III sogar 4TB Speicher und 8TB Transfer für 29,99 Euro monatlich zur Verfügung stehen.

Die Bedienung von MEGA über das übersichtlich gestaltete Webinterface ist einfach und komfortabel, funktionierte aber anfangs nur so richtig mit Chrome. Mittlerweile gibt es auch ein entsprechendes Firefox Add-on und auch für Android die ersten funktionierenden Apps, jedoch gestaltet sich der Datei-Upload zumindest im Free-Account extrem langsam.

MEGA – legal oder illegal?

Der Betreiber wirbt damit, dass die Daten, die zu MEGA hochgeladen werden, bereits auf der Client-Seite verschlüsselt werden. Das hat den Vorteil, dass nur der Uploader weiß, welche Dateien auf seinem Account liegen. Der Verschlüsselungs-Key für urheberrechtlich geschützte Daten liege ausschließlich beim User und somit sei auch nur dieser in der Lage, seine Dateien anderen zugänglich zu machen. Für Schmitz bedeutet das, dass die Daten von ihm nicht eingesehen werden können und er selbst nicht weiß, welche Daten auf seinen Servern liegen – er also auch nicht für Urheberrechtsverstöße belangt werden kann. Nur wenn der Hoster von illegalen Handlungen auf seinen Servern weiß, muss er dagegen vorgehen. Um dieser Tatsache Genüge zu tun, stellt Kim Schmitz ein Online-Formular bereit, über das Urheberrechtsverstöße gemeldet werden können. In den USA sind „Abuse-Formulare“ bei Betreiber von Cloud-Diensten Standard, denn als Dienstanbieter sind sie verpflichtet Hinweisen auf Verstöße nachzugehen und notfalls sogar komplette Linksammlungen auf weitere Verstöße zu kontrollieren. Damit ist für Schmitz die Frage geklärt, ob MEGA legal ist. Jedoch gibt es auch einige Fachleute – darunter der Kölner Medien-Fachanwalt Christian Solmecke – die MEGA auf keinen Fall für juristisch unangreifbar halten.

Schmitz selbst äußerte, dass MEGA für Privatsphäre stehe und nicht für Piraterie, weshalb auch keine Suchmaschine für MEGA existiere. Dass er es ernst meint, versuchte er deutlich zu machen, als Ende Januar mit mega-search.me die erste Suchmaschine für MEGA auftauchte, die urheberrechtlich bedenkliche Inhalte auf dem Cloud-Speicher veröffentlichte. Die Suchmaschine lebt davon, dass User ihre Freigaben samt Verschlüsselungscode zur Verfügung stellen. Innerhalb kürzester Zeit ließ Kim Dotcom die bei mega-search.me gelisteten Dateien auf seinen Servern löschen.

Kim Dotcom verspricht mit MEGA Mega-Sicherheit

Diese Maxime soll ein von Schmitz initiierter Wettbewerb unterstreichen. Auf dem MEGA-Blog und über seinen Twitter-Account, der ja weiterhin regelmäßig Interessante Häppchen zutage fördert, lobte er eine Hackerprämie aus. Der Erste, dem es gelingt, den korrekten Schlüssel zum Decodieren einer vorgegebenen Datei zu liefern, erhält 10.000 Euro. Gleichzeitig sollen die Entdecker von Sicherheitslücken und Schwachstellen im System von MEGA belohnt werden. Bisher wurden 7 Schwachstellen entdeckt und umgehend geschlossen. Der Gewinner dieser Aktion dürfte aber in jedem Fall Dotcom selbst sein, denn sollte der Schlüssel zur Datei nicht geknackt werden, bestärkt das Schmitz´ Darstellung eines sicheren Cloud-Dienstes. Gelingt es jedoch einem Hacker, kann diese Lücke – ganz sicher wieder mit entsprechendem Tamtam – behoben werden. Insofern sind 10.000 Euro gut angelegtes Werbebudget.

Schmitz hat sich aber auf die Fahnen geschrieben, das Netz sicherer zu machen, denn seiner Meinung nach sind viel zu viele Daten im Web für Behörden und andere User einsehbar. Der selbsternannte Kämpfer für die Freiheit im Internet hat als Ziel ausgegeben, in den nächsten fünf Jahren das halbe Internet verschlüsseln zu wollen. Mit seiner Verschlüsselung auf Client-Seite und dem daraus resultierenden sicheren Datentransfer geht Schmitz den ersten Schritt, der jedoch viele Fragen offen lässt und sicher – nicht zuletzt von Kim Dotcom selbst – immer wieder ins Gespräch kommen dürfte.

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