Cloud-Computing: Der Standort wird (fast) irrelevant!

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Die Zukunft der Computertechnik liegt in der Cloud – die Entwicklungen der vergangenen Jahre sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache. Nicht nur Speicherplatz, sondern auch Rechenleistung lässt sich mittlerweile in die Cloud auslagern und so dynamisch und dezentral managen. Das hat viele Vorteile – allerdings bedeutet das nicht, dass physische Standorte im Bereich der Datenverarbeitung gänzlich unwichtig sind. Je nach Situation ist sogar das Gegenteil der Fall.

Standorte und eigene Hardware verlieren an Bedeutung

Einer der großen Vorteile von Cloud-Computing ist, dass die Nutzer – egal, ob im privaten oder unternehmerischen Bereich – immer flexibler sind. Online-Speicherlösungen machen physische Datenspeicher so gut wie überflüssig – zumindest, sofern man an dem Ort eine Internetverbindung hat, von der aus man Zugriff auf seine Daten benötigt. Das Konzept der Cloud wird laut einer Bitkom-Studie immer beliebter.

Cloud
Cloud Server

Nicht nur für Privatpersonen, sondern vor allem für Unternehmen ist die Möglichkeit zum Outsourcing großer Teile des IT-Bereichs ein großes Plus: Cloudserver zu mieten, bedeutet schließlich auch, dass weniger Kapital in eine eigene, lokale Server-Infrastruktur inklusive Wartungspersonal investiert werden muss. Ein weiterer Vorteil ist die bedarfsgerechte Skalierbarkeit der benötigten Rechenleistung: Je nach Betriebsauslastung kann jede Firma in der Cloud problemlos Leistung hinzubuchen oder reduzieren. Die Anschaffung zusätzlicher Hardware, die nach dem Ende eines rechenintensiven Projekts eventuell gar nicht mehr gebraucht wird, entfällt.

Das große „Aber“

Auf den ersten Blick sind diese Vorteile hinsichtlich der standortunabhängigen Softwarenutzung und der flexiblen Anpassbarkeit nahezu unschlagbar. Allerdings sollten Nutzer von Cloud-Technologien noch weitere Faktoren berücksichtigen. Ein wichtiges Thema ist in diesem Zusammenhang die Datensicherheit. Ausgerechnet in diesem Bereich haben viele deutsche Unternehmen allerdings Nachholbedarf: Etwa zwei Drittel der Firmen, die Cloud-Computing nutzen, tun dies, ohne eine entsprechende Sicherheitsstrategie implementiert zu haben. Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Cyberattacken ist das mehr als fahrlässig – allein in Deutschland entstehen durch derartige Angriffe bereits Schäden in Höhe von etwa 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Um die Nutzer vor den Gefahren der Cyberkriminalität und Industriespionage zu schützen, bieten einige Cloud-Anbieter ihren Service inklusive integrierter Sicherheitslösungen an – teilweise sogar mit Servern, die ihren physischen Standort in Deutschland haben, was ein weiteres wichtiges Kriterium ist. Wie passt das mit der Maxime zusammen, dass feste Standorte mit Cloud-Computing an Bedeutung verlieren? Ganz einfach: Die Server müssen dank Cloud-Computing zwar nicht mehr direkt im Betriebsgebäude untergebracht sein. Stehen die Server in Deutschland, gelten jedoch für die dort gespeicherten Daten auch die im Vergleich zu anderen Ländern strengen deutschen Datenschutzbestimmungen. Und noch einen handfesten Vorteil bringt die geografische Nähe zum Server-Standort: Je kürzer die Wege, desto schneller die Datenverbindung – das Schlagwort „Distance is dead“ trifft also auch im Cloud-Zeitalter noch nicht zu 100 Prozent zu.

Bildquelle: Pixabay.com

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