Bekommt der Bitcoin doch noch seine Chance?

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Er wurde belächelt, er wurde gehypt und auch sein Ende schon beschworen, doch der Bitcoin hat nichts von seiner Faszination verloren, sondern scheint immer mehr an Popularität zu gewinnen.

Nach zahlreichen negativen Schlagzeilen wie der Pleite des Bitcoin-Marktplatzes Mt. Gox im Februar, der Schließung der verrufenen Handelsplattform Silk Road oder den Hackerangriffen auf Flexcoin und andere Hiobsbotschaften, stellten auch wir im April die Frage, ob der Hype um den Bitcoin vorbei sei. Mit etwas Abstand zeigt sich aber, dass dem bei weitem nicht so ist.

Bitcoin Wert
Bitcoin Wert (Bildquelle: Screenshot bitcoin.de)

Der Kurs des Bitcoin befindet sich auf einem unverändert hohen Niveau und liegt laut der deutschen Bitcoin Plattform Bitcoin.de aktuell bei rund 460 Euro. Die Entwicklung der virtuellen Währung zeigt typische Merkmale eines jungen, aufstrebenden Marktes: Deutliches Wachstum, das jedoch auch empfindlichen Schwankungen ausgesetzt ist.

Investoren und Kunden zeigen zunehmendes Interesse

Gegenwärtig pumpen zahlreiche Investoren Hunderte Millionen in verschiedene Bitcoin Startups. Schätzungen zufolge sollen allein 2014 rund 285 Millionen Dollar in Startups fließen, die sich dem Bitcoin verschrieben haben. Seit Januar 2014 wurden bereits 150 Millionen investiert.

So flossen beispielsweise im Dezember 2013 25 Millionen Dollar in die Bitcoin Plattform Coinbase, Anfang dieses Jahres 5 Millionen in die Handelsplattform Kraken und allein der Wallet Anbieter Xapo konnte in mehreren Finanzierungsrunden 40 Millionen US-Dollar von verschiedenen Venture Capital Unternehmen einsammeln. Mit Xapo haben Kunden die Möglichkeit, ihre Bitcoins per Debitkarte auszugeben.

Xapo
Xapo

Wie das Interesse der Kunden am Bitcoin wächst, zeigt die Zahl der Wallets. Hier stieg die Anzahl der virtuellen Brieftaschen, in denen User ihre Bitcoins speichern können, von 765.000 im Juni 2013 auf 5,3 Millionen Wallets im Juni diesen Jahres.

Akzeptanz des Bitcoin bei Unternehmen aller Branchen wächst

Bei immer mehr Unternehmen in aller Welt können Kunden mittlerweile mit dem Bitcoin zahlen und täglich kommen neue hinzu. Anfang dieses Jahres erklärte der Onlinemarktplatz Overstock.com den Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel. Dies war wie eine Initialzündung und erregte einiges Aufsehen. Mittlerweile gibt es gut 63.000 Akzeptanzstellen, darunter auch die französische Ladenkette Monoprix. Seit einer Woche können Kunden sogar beim Computerspezialisten Dell mit dem Bitcoin zahlen. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahresende rund 100.000 große und kleine Händler die Kryptowährung akzeptieren.

Wo man mit Bitcoin zahlen kann

Die Liste der Bitcoin Partner wird nicht nur täglich länger, es kommen auch immer mehr Branchen hinzu. Selbst bei einigen lokalen Anbietern, in Cafés, Kneipen und bei Dienstleistern vor Ort ist es mittlerweile möglich, mit der virtuellen Währung zu zahlen. Vorreiter dabei ist der Graefe-Kiez in Berlin Kreuzberg. Hier, im als Bitcoin-Kiez bezeichneten Viertel des Szenebezirks, findet man an vielen Türen der Geschäfte den Aufkleber „Bitcoin accepted here“ Ob Burger, Kaffee oder selbst die Übernachtung – Kunden zahlen hier einfach aus ihrer Bitcoin Wallet.


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Insgesamt wird deutlich, dass der Bitcoin wohl die ersten Kinderkrankheiten überwunden hat und zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das Thema Bitcoin trifft auf riesiges Interesse und füllt bereits ganze Konferenzen. Als nächste Bitcoin Konferenz findet Anfang September in Bonn das World Bitcoin Forum 2014 statt, auf dem Online Payment Experten aus aller Welt zusammenkommen, um über Perspektiven der virtuellen Währung zu diskutieren.

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