Wellness & Produktivität: Fit im Job durch den Sommer!

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Sidrah Ahmad informiert als Wellness-Experte bei Waterlogic, einem führenden Anbieter von fest installierten Trinkwasserlösungen, über die Themen Gesundheit und Work-Life-Balance.

Wenn im Sommer die Temperaturen klettern, sorgt dies in Deutschland nicht nur für Freude unter Schulkindern. Auch Erwachsenen machen Grillparties und Besuche in Freibad, Biergarten und Eisdiele so richtig Spaß. Im Arbeitsalltag hat die Hitze aber auch ihre Schattenseiten und sorgt dort oft für zusätzlichen Stress. Mit ein paar durchdachten Maßnahmen können Sie bei sich im Unternehmen aber leicht dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter auch im Sommer bei Laune bleiben.

Temperaturen beeinflussen die Leistungsfähigkeit

Wissenschaftler wissen es schon länger: Sowohl große Kälte als auch Hitze wirken sich negativ auf die Produktivität aus. Glaubt man Studien von Ökonomen der US-Universitäten in Stanford und Berkeley, lässt sich dadurch sogar das Wohlstandsgefälle zwischen Entwicklungsländern und den führenden Industrienationen erklären.

Trinkwasser
Trinkwasser

Bildquelle: Pixabay.com

In Deutschland müssen wir uns darüber zum Glück nicht den Kopf zerbrechen, liegen wir doch offensichtlich in einem privilegierten Klimagürtel. Ein Umzug in andere Gefilde dürfte aus diesem Grund daher wohl kaum Vorteile bringen. Anders sieht dies in Bezug auf das Wetter aus. Wenn im Hochsommer die Temperaturen in die Höhe schnellen, kann auch in deutschen Unternehmen die Produktivität leiden. Wer arbeitet schon gerne intensiv an Projekten, wenn Kollegen, Nachbarn oder die eigenen Kinder ein paar freie Tage genießen. Denn der Sommer ist bei uns auch immer die Hauptreisezeit.

Es gibt aber auch handfeste gesundheitliche Ursachen für einen Produktivitätsabfall bei Hitze. Wie eine Dissertation der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2015 belegt, kann selbst eine moderate Wärmebelastung zu einer geringeren Leistungsfähigkeit führen. Bei 33 °C Raumtemperatur kommt es etwa durch einen stärkeren Blutzuckerabfall zu einer schlechteren Bearbeitung der meisten Aufgaben. Kommt dann noch Flüssigkeitsmangel wegen nicht ausreichendem Trinken hinzu, kann der Effekt von Hitze für einzelne zu einem Problem werden.

Es überrascht deshalb nicht, dass für die meisten Arbeitnehmer eine unpassende Raumtemperatur laut einer von Union Investment durchgeführten Umfrage der stärkste Störfaktor am Arbeitsplatz ist.

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Den verschiedenen Negativeffekten durch Hitze im Sommer können Unternehmen aber leicht entgegenwirken und werden durch den Gesetzgeber auch dazu angehalten.

Das sagt der Gesetzgeber

Die deutsche Arbeitsstättenverordnung fordert im Anhang 3.5 für Arbeitsräume eine „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“, die z. B. in Arbeits- und Sozialräumen nicht über 26 °C betragen sollte. Zwar haben Beschäftigte keinen Anspruch auf klimatisierte Räume oder gar Hitzefrei. Laut Paragraph 4 des Arbeitsschutzgesetzes müssen Arbeitgeber die Arbeit jedoch so gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit vermieden wird.

Optimales Lüften und das Aufstellen von Ventilatoren bei hohen Sommertemperaturen sollte daher eine Selbstverständlichkeit sein, die Ihre Mitarbeiter auch zu schätzen wissen werden.

Was Arbeitgeber sonst noch tun können

Auf die Produktivität wirken sich im Sommer vor allem die Faktoren Umgebungstemperatur, Essen und Wohlbefinden durch Motivation aus. An allen drei Punkten können Sie als Arbeitgeber ansetzen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz hat dafür eine Broschüre mit Tipps für den Sommer herausgegeben, die jedem auf Anhieb einleuchten dürften. Werfen wir einen Blick darauf:

Tipp 1: Kleiderordnung lockern

Wenn bei ihnen im Unternehmen ein Dresscode gilt, sollten Sie diesen auf Sommertauglichkeit überprüfen und gegebenenfalls entsprechend anpassen. Während manche Unternehmen zu einem gelockerten Dresscode mit mehr Flexibilität greifen, bieten andere Arbeitgeber ihren Angestellten einen Sommer-Dresscode an, nach dem sich alle zu richten haben. Das Ziel ist dabei das Gleiche: Ein Wärmestau im Körper wird vermieden.

Tipp 2: Getränke bereitstellen

Eine Pflicht Getränke bereitzustellen haben Arbeitgeber laut einer Schrift der Berufsgenossenschaft zwar nur bei sogenannter Hitzearbeit, bei der etwa durch Maschinen die Umgebungstemperatur zusätzlich erhöht ist. Als Arbeitgeber tut man allerdings schon aus Eigeninteresse gut daran, für ausreichendes Trinken bei den Mitarbeitern zu sorgen. Die sicherlich beste und kostengünstigste Lösung dafür ist das Aufstellen von fest-installierten Wasserspendern mit Leitungsanschluss. Die Motivation zum Trinken lässt sich durch zusätzlich bereitgestellte Säfte oder andere gesunde Getränke noch weiter erhöhen.

Tipp 3: Intelligentes Lüften und Sonneneinstrahlung mindern

Die Luft heizt sich im Sommer tagsüber auf und kühlt nachts meist deutlich ab. Mit einer Lüft-Routine vor Arbeitsbeginn, und durch die gezielte Nutzung von Jalousien an bestimmten Fenstern, lässt sich die durchschnittliche Raumtemperatur untertags meist deutlich beeinflussen. Vergessen Sie dabei Fenster in Treppenhäusern und Fluren nicht. Wie eine Studie zur thermischen Behaglichkeit der Rud. Otto Meyer-Umwelt-Stiftung zeigt, ist im Hochsommer die solare Strahlung auf Ost- und Westverglasungen im Hochsommer sehr intensiv und bedarf einer entsprechenden Verschattung.

solare Einstrahlung
Solare Einstrahlung auf verschiedene Orientierungen im Hochsommer,

Quelle: Rud. Otto Meyer-Umwelt-Stiftung

Tipp 4: Mobile Klimageräte und Ventilatoren nutzen

Auch wenn Sie keine Klimaanlage für den gesamten Bürobereich nutzen, sollten Sie zumindest mit Ventilatoren für etwas Luftbewegung sorgen. Durch intelligent platzierte und mit Ventilatoren kombinierte mobile Klimageräte können sie die Umgebungsluft ebenfalls abkühlen.

Tipp 5: Flexible Arbeitszeiten

Bei vielen Unternehmen gehören flexible Arbeitszeiten schon fest zum Alltag. Die positiven Auswirkungen auf die Produktivität wurde bereits vielfach nachgewiesen und wie die von Manpower erstellte Studie „Global Candidate Preferences“ zeigt, ist für inzwischen 40 Prozent der Arbeitnehmer flexible Arbeitszeitgestaltung ein Haupt-Motivationsfaktor.

Arbeitszeitflexibilität
Manpower Studie Arbeitszeitflexibilität

Bildquelle: Manpower

Im Sommer, der in Deutschland meist sowieso nicht besonders lange ausfällt dürfte dies erst recht gelten. An besonders heißen Tagen könnten Ihre Mitarbeiter kürzer oder von zuhause aus arbeiten und so der zusätzlichen Belastung entgehen. An kühleren Tagen wird die Arbeit dann einfach nachgeholt. Und wenn Ihre Kollegen an einem tollen Sommertag in den Biergarten können, dürfte das die Stimmung deutlich verbessern.

Die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz genannten Vorschläge können Sie zu Ihrem Unternehmen passend durch zusätzlich Maßnahmen ergänzen. Vor allem im Bereich Mitarbeiter-Wellness und -Motivation gibt es unzählige Möglichkeiten. Machen Sie doch an besonders heißen Tagen aus der Not eine Tugend und laden Sie ihre Belegschaft auf einen gemeinsamen Grillnachmittag ein. Oder Sie organisieren Workshops im Freien oder einen kleinen Ausflug. Ihre Kollegen werden es Ihnen danken.

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