Webradio online hören: Die Radiolandschaft ändert sich!

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Im Zeitalter von Streaming-Plattformen wird häufig behauptet, dass das Radio tot sei. Auf den ersten Blick scheint das auch tatsächlich der Fall zu sein. In immer mehr Haushalten findet sich, abgesehen vom Radio im Auto, kein Rundfunkgerät mehr. Meldungen, dass – ähnlich wie in Norwegen oder bis 2024 in der Schweiz – analog terrestrisches UKW-Radio in absehbarer Zeit auch in Deutschland abgeschaltet werden soll, geben zusätzlichen Zündstoff. Auch konnte sich in Deutschland DAB+ Digitalradio nur sehr langsam durchsetzen. Mit einem Anteil von 10% ist DAB+ jedoch noch weit von einem flächendeckenden Standard entfernt.

Internetradio gewinnt zunehmend Marktanteile

Statistiken zeigen, dass mehr als 90 Prozent der Deutschen weiterhin regelmäßig Radio hören. Jedoch hat sich deren Hörverhalten in den letzten Jahren deutlich verändert. Menschen konsumieren weiterhin Radiosendungen, allerdings in veränderter Form. Radioinhalte werden nicht mehr ausschließlich als analog terrestrisches Radio konsumiert, sondern zunehmend digital, jedoch in verschiedener Weise. Während der klassische Radioempfang via UKW rückläufig ist und das von den Ländern geförderte DAB+ nicht richtig in die Gänge kommt, gewinnt Webradio an Bedeutung. Zunehmend mehr Menschen konsumieren Radioinhalte als Internetradio Livestream auf den verschiedensten Geräten. Neben speziellen Internetradios finden sich in den Haushalten zunehmend WLAN-Lautsprecher und digitale Assistenten, über die sich Livestreams der Radiostationen entweder direkt oder über Plattformen abrufen lassen.

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Wie funktionieren DAB+ und Webradio?

Während beim herkömmlichen analog-terrestrischen Radio das Signal klassisch via Antenne kommt, wird das Audiosignal bei Digital Audio Broadcasting (DAB+). digital über Antennen verbreitet. Das „+“ soll dabei den Unterschied zum älteren DAB-Standard symbolisieren, bei dem die Tonqualität noch nicht so gut war und auch Zusatzinformationen zum Programm nicht mit übertragen werden konnten. Um das Radiosignal auf diesem Weg empfangen zu können, ist ein spezieller Empfänger für DAB+ im Radiogerät notwendig, der das Signal von terrestrischen Sendemasten erhält und verarbeitet.

Anders beim Webradio. Hier wird das Audiosignal via Internet übertragen. Das heißt, der Radiosender stellt sein Programm im Internet bereit und jedes internetfähige Gerät, das Audiosignale wiedergeben kann, kann es dann streamen, sobald es mit dem Internet verbunden ist. Die Radiosender können mit den folgenden Browsern gehört werden: Firefox, Google Chrome, Opera, Safari, Internet Explorer. Nutzer können mit beliebigen Geräten vom Smartphone über Tablet bis zum Computer Hunderte von Radiosendern empfangen und beispielsweise SWR 3 online hören. Dazu muss lediglich im Browser die jeweilige Seite aufgerufen oder die jeweilige App des Radiosenders bzw. eines Portalbetreibers wie TuneIn oder Radio.de geladen werden. So kann jeder noch so kleine Sender sein Programm online vertreiben und selbst Nischensender wie Radio Wuppertal, die sonst ausschließlich via Kabel oder DAB+ in der Region gehört werden können, sind empfangbar. So kann sich der Radiohörer auch unterwegs stets über die aktuellen Ereignisse in seiner Heimat per Radio informieren.

Schließlich gibt es noch WLAN-Radios, die direkt über das Netzwerk auf die Sender zugreifen. Diese sind an ein Portal gebunden und haben lediglich die dort angebotenen Sender zur Auswahl. Die Benutzung ist unkompliziert, es lassen sich dort Favoriten abspeichern und der Radiostream startet automatisch direkt nach dem Einschalten.

Die populärsten Webradios

Laut Mediaanalyse ma 2019 IP Audio II der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse heißt Deutschlands populärster Webradio-Sender SWR3. Laut der vierteljährlich erscheinenden Analyse wuchs die Zahl der Sessions, in denen Nutzer SWR3 online hören, im ersten Quartal 2019 um 7,4% gegenüber dem 4. Quartal 2018. Auf den Plätzen der Top-50-Channels beim Streaming folgen Antenne Bayern und der Livestream von 1Live vor WDR 2 und NDR 2.

Bildquelle: Pixabay.com

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