Vorsicht vor Scam-Apps im App-Store!

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Ihr Name ist Angry Pigs and Birds. Und sie geben vor, alternative Versionen zu Hits wie Angry Birds zu sein. Das empörende daran: Dahinter stehen Profitgeier, welche die ahnungslosen Kunden auf dreiste Art und Weise abzocken. Als digitale Mogelpackung kann man die Konjunkturritter-Apps im App-Store auf den ersten Blick nicht identifizieren: Der Name erinnert an eine Hit-App. Die Beschreibung hört sich viel versprechend an. Außerdem ein paar aussagekräftige Screenshots. Doch dahinter steckt pure Berechnung. Denn die Apps haben fast keinen Inhalt. Sondern hier geht es nur um schnelles Geld!

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Apps (Quelle: flickr.com – ivyfield)

Gleich mehrere Apps wollen beispielsweise vom Erfolg des bekannten Minecraft-Spiels profitieren, das im Original als iOS-Version 5,49 Euro kostet. „Eden Craft“, „Derp Craft“, „Eclipse Craft“ oder „Build Worlds“ heißen die wesentlich günstigeren falschen Apps, die vorgeben Minecraft zu adaptieren. In der Produktbeschreibung versprechen sie zwar die vollen Funktionen des Klötzchenspiels. Doch handelt es sich dabei um kalkulierte Irreführung. Die 1,59 Euro für die digitale Verarsche könnte man genauso gut aus dem Fenster werfen. Denn die Apps enthalten in Wahrheit nur Screenshots aus Minecraft. Auch das Spiel Counter Strike wird mittlerweile unter dem Namen „CS 1.6“ imitiert. Natürlich spielt diese Version nicht annäherungsweise in der Liga von Moorhuhn. Wen wundert’s. Ähnlich verhält es sich mit „Angry Pigs and Birds“ – angeblich ein unterhaltsames Physikpuzzle für die ganze Familie für nur sage und schreibe 79 Cent. Die dahinter steckende Version des Videospiels Breakout ist leider mehr als lahm und mehr als eine schlechte Kopie von Angry Birds.

Was sagt Apple dazu? Das ist die große Frage. Leider nicht viel. Offiziell gab es bisher jedenfalls keine Stellungnahme. Klar ist, dass es sich hier um Verletzungen des Markenrechts handelt. Deshalb liege es wohl eher in der Hand der Markeneigentümer Beschwerde einzulegen. Wenigstens bemühe sich Apple, Kundenbeschwerden entgegenkommend zu beantworten.

Zumindest erhält man sein Geld zurück, wenn man sich durch den Support-Bereich auf Apples Webseite klickt. Das erscheint zwar auf den ersten Blick nicht ganz einfach, da der Support für Apps etwas versteckt ist. Deshalb hier eine kurze Beschreibung durch das Apple-Labyrinth: Über die Option „iTunes“ unter www.apple.de/support gelangt man zur Option „Support kontaktieren“ und kommt darüber direkt auf die Seite von Express Lane, Apples Trouble-Counter. Aus der Tabelle wähle man „iTunes Store“ und „Rückzahlung“ aus.

Hinweis zur Rückerstattung: Den exakten App-Titel und die Transaktionsnummer nicht vergessen einzugeben. Die Problembeschreibung „Qualität gekaufter Inhalte“ sollte bei der Reklamation erfolgreich sein.

Doch bei aller Kulanz: Die Angelegenheit bleibt kritikwürdig. Zwar werden alle Apps, die später im App-Store verkauft werden sollen, von Apple kontrolliert. Doch damit hat es sich dann auch. Dummerweise lässt sich eine App-Beschreibung aber auch noch ändern, wenn das App bereits im App-Store zu finden ist. So können eingereichte Apps mit Produktbeschreibungen wie „Anwendung, die Bilder enthält“ nachträglich geändert werden. Und das offenbar problemlos. Die unseriösen Anbieter der Fake-Apps haben da zu leichtes Spiel. Und wirkungsvolle Barrieren seitens Apple fehlen.

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