Swobbl: datenschutzsichere Google Alternative!

Veröffentlicht von

Der Begriff „googeln“ als Synonym für Internetsuche ist allgemeiner Sprachgebrauch und hat längst Eingang in den Duden gefunden. Mit einem Marktanteil von 90% in Deutschland ist der amerikanische Suchmaschinengigant Google hierzulande bei den meisten Usern die erste Wahl unter den Suchmaschinen. Doch nicht jeder möchte sich dessen Daten-Sammelwut vollkommen ausliefern. Zudem ist es ja kein Geheimnis, dass der Schutz von Kundendaten bei US-Unternehmen oftmals fragwürdig gehandhabt wird, so dass US-Geheimdienste vielfach leichtes Spiel haben.

Der Ruf nach alternativen Suchmaschinen, bei denen der Schutz der Privatsphäre ihrer Nutzer im Fokus steht, wird daher immer lauter. Mittlerweile gibt es bereits eine ganze Reihe von datenschutzsicheren Suchmaschinen. Neben der US-amerikanischen Alternative DuckDuckGo gehören Ixquick aus Holland oder die französische Suchmaschine Qwant zu den bekannten und etablierten Diensten.
Mit Swobbl (https://www.swobbl.eu)möchte nun ein deutsches Startup mitmischen und eine starke europäische Alternative zu Google aufbauen.

Suchmaschine Swobbl
Screenshot: Swobbl Suche

Swobbl: Datenschutzsichere Internetdienste aus einer Hand

Swobbl ist weit mehr als nur eine Suchmaschine, die dem Schutz der Privatsphäre des Nutzers und der Sicherheit seiner Daten große Aufmerksamkeit schenkt. Neben der Suchmaschine, mit der Nutzer das Internet nach Websites, Bildern und Videos und Orten durchsuchen können, vereint das Angebot weitere sichere Anwendungen wie E-Mail-Dienst, Cloud-Speicher und sogar ein soziales Netzwerk unter einem Dach. Die einzelnen Swobbl-Dienste sind unter folgenden Links erreichbar:

Swobbl Gründer Matthias Grömmer möchte damit versuchen, die Abhängigkeit von Google zu brechen. Er möchte eine starke europäische Alternative aufbauen, die Datenschutz und komplexe Verschlüsslung benutzerfreundlich für die breite Masse bereitstellt. Dazu werden die Daten bei Swobbl nicht nur verschlüsselt übertragen, sondern auch verschlüsselt gespeichert. Dazu betreibt der Anbieter eigene Server in der Schweiz. Auch Informationen zur Suchanfrage selbst sowie IP-Adresse und Standort des Nutzers werden nicht getrackt und gespeichert.

Swobbl setzt künftig auf eigenen Index

Aktuell greift Swobbl für die Suche noch auf den Datenbestand von Bing zurück, wobei die Suchmaschine quasi als Proxy-Server fungiert, so dass Microsoft bei Suchanfragen lediglich die Daten von Swobbl, nicht jedoch die des Benutzers übermittelt werden. In naher Zukunft jedoch soll ein eigener Index als Basis für die Suche mit Swobbl genutzt werden. Eigene Crawler sind derzeit dabei, die entsprechenden Daten zu sammeln.
Zur Realisierung von Swobbl Cloud greift der Anbieter auf ownCloud zurück, eine Open-Source-Lösung, mit der jeder seine eigene Cloud umsetzen kann. Mit den entsprechenden Smartphone-Apps können User jederzeit auf ihre Daten zugreifen. Für Smartphone-Nutzer, die die Swobbl Suche mobil nutzen möchten, stehen derzeit zunächst Apps für Android und Blackberry zur Verfügung.

Swobbl Dienste teils kostenlos, teils Freemium

Sowohl die Suchmaschine, als auch das Netzwerk können komplett kostenfrei genutzt werden. Um sich zu finanzieren verkauft auch Swobbl Werbung, die jedoch grundsätzlich nur anhand der Suchbegriffe ausgespielt wird. Eine benutzerorientierte Werbung ist bei Swobbl nicht möglich. Swobbl-Mail und Swobbl-Cloud hingegen werden im Rahmen eines Freemium-Modells bereitgestellt. Ein Gigabyte Mailspeicher sowie 5 GB Cloudspeicher sind dabei frei. Wer mehr benötigt, kann seinen Speicherplatz jederzeit kostenpflichtig erweitern.

Fazit: Swobbl bietet einen interessanten Ansatz, die wichtigsten Online Dienste Suche, E-Mail, Cloud und Netzwerk in einer für den Nutzer sicheren Variante zu präsentieren. Wer auf der Suche nach Alternativen zu Google ist, sollte den Dienst ruhig ausprobieren und ein kostenloses Konto bei Swobbl anlegen.

Ein Kommentar

  1. Leider findet man auf der Informationsseite von Swobbl nicht sehr viel. Ging dieser Bereich vergessen? Die Verwendung der Bing Resultate macht Swobbl nicht wirklich zu einer Alternativen Suchmaschine, sondern eher ein Proxy-Suchdienst. Wenn Bing aufgrund der grossen Kosten den Betrieb einstellt, besteht ein ernsthaftes Problem für Swobbl.

    Es existiert eine sehr gute Alternative Suchmaschine aus der Schweiz. CENTIL – Schweiz (www.suchportal-schweiz.ch) ist seit kurzem ebenfalls unter der Domain http://www.CENTIL-Europe.de erreichbar.
    Diese Suchmaschine verfügt über einen eigenen Index, welcher zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Kommentars 3.7 Millionen indexierte Websites aufwies. Gemäss Betreiber werden nur die Texte der Websites gespeichert. Der gesammte HTML und Script-Code wird vor dem Speichern gelöscht. Dies zum Selbstschutz, damit der Server keine Viren oder Malware verbreiten kann. Damit sind auch die Besucher geschützt. Zumindest auf den Seiten von CENTIL.
    Das gute ist, man kann nach Land suchen. Das ist anfangs etwas gewohnheitsbedürftig, aber man hat sich schnell daran gewöhnt. Ausserdem verfügt die Suchmaschine über eine umfangreiche Rubrikensammlung. Wenn man seine Homepage registriert, kann mit einfacher 3-Ebenen Auswahl die richtige Rubrik schnell und einfach ausgewählt werden. Der Betreiber ist das gleichnamige Technologieunternehmen CENTIL – Schweiz.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.