Rhetorik-Skills: Die Kunst, effektiv zu kommunizieren!

Im vertrauten Umfeld fällt das Reden meistens nicht schwer. Das kann sich jedoch schlagartig ändern, wenn man sich öffentlich mitteilen muss. Ob beim Unterrichten einer herausfordernden Schulklasse, einem Vortrag vor einer größeren Gruppe oder einem wichtigen Bewerbungsgespräch: Rhetorik-Skills helfen in vielen Redesituationen weiter. Welche konkreten Vorteile bietet aber die Rhetorik? Welche rhetorischen Kompetenzen sind wirksam? Dieser Beitrag gibt Antworten.

Rhetorik: Was ist das eigentlich?

Der Begriff Rhetorik leitet sich vom altgriechischen Wort „rhētorikḗ“ ab und bedeutet übersetzt so viel wie „Redekunst“ oder „Kunst der Beredsamkeit“. Als wissenschaftliche Disziplin beschäftigt sich die Rhetorik mit der menschlichen Kommunikation und ihrer Wirkung auf die Zuhörerschaft.

Personen mit einer ausgeprägten rhetorischen Kompetenz drücken sich in jeder Situation angemessen aus und passen die Inhalte gekonnt an die jeweilige Zielgruppe an. Sie überzeugen ihr Gegenüber so gut, dass ihnen gerne zugehört und das Gesagte im Kopf behalten wird. Die Rhetorik bezieht sich dabei nicht nur auf die Redegewandtheit und Ausdrucksfähigkeit, sondern schließt auch die Körpersprache mit ein.

Eine Disziplin mit langer Geschichte

Die Rhetorik findet ihren Ursprung im antiken Griechenland. Bereits zu dieser Zeit verfolgte sie das Ziel, Menschen zu begeistern und zu überzeugen. Anfangs spielte sie vor allem bei rechtlichen Streitigkeiten vor Gericht eine bedeutende Rolle. Je glaubhafter man sich präsentierte, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass man für unschuldig erklärt wurde.

Begnadete Redner waren zur damaligen Zeit nicht nur in Griechenland hoch angesehen. Auch im alten Rom genossen Rhetoriker einen guten Ruf. Weil nicht alle Menschen redetechnisch gleich begabt waren, gab es eigene Redelehrer und später ganze Rhetorik-Schulen, wo die Prinzipien der Redekunst vermittelt wurden. Bis heute kommt der Rhetorik eine große Bedeutung zu – sowohl beruflich als auch privat.

Rhetorik
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Vorteile der Rhetorik

Menschen kommunizieren jeden Tag – wie man sich dabei ausdrückt, spielt eine ganz wesentliche Rolle. Wenn man ein Redekünstler ist, kann man nur gewinnen. Die Rhetorik bringt unter anderem diese beiden Vorteile mit sich.

  • Ausgezeichneter sprachlicher Stil: Rhetorik bedeutet, die richtigen Worte in Gesprächen sowie im schriftlichen Austausch zu finden. Das betrifft nicht nur die Kommunikation in der eigenen Muttersprache, sondern auch in einer Fremdsprache. Ist man sich jedoch unsicher, wie man seine Inhalte in einer anderen Sprache formulieren soll, kann man ein professionelles Übersetzungsbüro zu Rate ziehen.
  • Ungeteilte Aufmerksamkeit: Einwandfreie Rhetorik-Skills bezwecken, dass das Publikum dem Redner gerne zuhört. Die Zuhörer schenken ihm ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Gesagte im Gedächtnis bleibt.

Tipps für bessere Rhetorik

Um einen wirksamen Redebeitrag zu gestalten, muss man mit verschiedenen rhetorischen Methoden (z. B. Redegeschwindigkeit, Lautstärke, Stimmhöhe) vertraut sein. Die folgenden Rhetorik-Tipps helfen, sich erfolgreicher auszudrücken.

Rede gut vorbereiten

Unsicherheit entsteht in vielen Fällen durch unzureichende Vorbereitung. Gerade wenn man selten vor anderen Menschen spricht, sollte man seinen geplanten Redebeitrag gut einüben. Es geht nicht nur darum, die Inhalte zu beherrschen und eine freie Rede zu halten. Es ist außerdem wichtig, die nachfolgenden Fragen für sich selbst vorab zu beantworten:

  • Wie möchte man sich körpersprachlich ausdrücken?
  • Wie erzeugt man Spannung?
  • Welche Fragen könnten am Ende des Redebeitrags gestellt werden?

Rhetorische Stilmittel verwenden

Mit gezielt ausgewählten rhetorischen Stilmitteln kann eine Rede viel anschaulicher und interessanter gestaltet werden. Das Publikum fühlt sich unterhalten und seine Aufmerksamkeit kann für die Dauer der Rede sicher gestellt werden. So lohnen sich zum Beispiel diese rhetorischen Stilmitteln, um seinem Redebeitrag mehr Leben einzuhauchen.

  • Alliteration: Aneinandergereihte Begriffe beginnen mit demselben Anfangslaut (z. B. Der frühe Vogel fängt den Wurm). Dadurch wird die Rede rhythmischer und einprägsamer. Alliterationen wirken nämlich oftmals wie Ohrwürmer.
  • Anapher: Wörter am Satzanfang werden wiederholt (z. B. Zukunft bedeutet Brücken zu bauen, Zukunft bedeutet nachhaltig zu leben, Zukunft bedeutet ein gutes Miteinander). Durch die beständige Wiederholung bleibt die Rede besser in Erinnerung.
  • Metapher: Abwechslungsreiche Bilder ersetzen trockene Erklärungen. Das ist besonders nützlich, weil dadurch langatmige Erläuterungen wegfallen können. Wenn man Metaphern richtig einsetzt, kann die Zuhörerschaft dem Gesagten besser folgen.

Auf die Körpersprache achten

Rhetorik bezieht sich nicht nur auf verbale, sondern auch auf nonverbale Kommunikation. Deshalb entscheidet – neben den ausgewählten Inhalten – genauso Mimik und Gestik, ob man seine Zuhörerschaft für sich gewinnen kann. Gute körpersprachliche Ausdrucksfähigkeit bedeutet…

 …seine Hände beim Sprechen mitzunehmen (oberhalb des Hüftbereichs).
 …direkten Blickkontakt mit seinem Publikum herzustellen und zu halten.
 …eine möglichst lockere und natürliche Körperhaltung.

Rhetorik will gelernt sein

Nicht jeder ist redebegabt. Falls man trotzdem mehr Sicherheit in Sprechsituationen gewinnen möchte, lohnt sich der Besuch eines Rhetorik-Seminars. Hier lernt man alles, was man über die Kunst des Redens wissen sollte. Gleichzeitig kann man sich in einem geschützten Rahmen an der Gestaltung von wirksamen Redebeiträgen üben.

Fazit: Gute Rhetorik ist der Schlüssel zu erfolgreicher Kommunikation. Ob bei Diskussionen, Vorträgen oder Bewerbungsgesprächen: Verbale und nonverbale Ausdrucksfähigkeit sind in vielen Redesituationen gefragt. Dabei ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – ausgeprägte rhetorische Fähigkeiten kommen nur durch häufiges Üben.

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