Printmarketing heute – Top oder Flop?

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Mal ehrlich, wann liest man eigentlich mal eine Broschüre, einen Flyer oder ein Flugblatt? Die weit verbreitete Meinung ist, dass diese Werbemittel eine deutlich geringere Wirkung haben als noch vor 10 Jahren. In unserem alltäglichen Leben sind Werbebotschaften allgegenwärtig und wir haben gelernt, gerade allseits bekannte Printwerbung gekonnt zu ignorieren – zumindest nimmt dies unser bewusstes Denken so wahr. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich das Geschäftsumfeld in den letzten Jahren in Richtung Digitalisierung verschoben hat. Infolgedessen investieren jedes Jahr mehr und mehr Unternehmen Geld in das digitale Marketing.

Im Marketingbereich stößt man zunehmend auf Anzeigen oder Statements, dass Printwerbung nicht mehr zeitgemäß sei und im Laufe der letzten Jahre einen großen Teil Ihrer Wirksamkeit eingebüßt habe. Es stimmt zwar, dass Printwerbung einen Rückgang verzeichnen muss, das bedeutet jedoch nicht, dass sie bald sterben wird. Tatsächlich stellt das Print-Marketing nach wie vor eine sinnvolle Option dar, sich als Unternehmen von anderen abzuheben.  Warum? Weil es im digitalen Marketing einfach zu viel Kampf um Aufmerksamkeit gibt und es immer schwieriger wird, sich zu unterscheiden. Höher, lauter, bunter, größer und schneller lautet hier die Devise. Hinzu kommt die Tatsache, dass Internetnutzer zunehmend Werbeblocker auf ihren angeschlossenen Geräten nutzten. Laut Statistikportal statista nutzten 2018 rund 24 Prozent der User Adblocker, um Werbung abzuschalten – Tendenz steigend. Mit Printwerbung hingegen können Sie die Botschaften betonen, die Sie an Ihr Publikum senden möchten.

Im Folgenden haben wir einige der Hauptgründe beleuchtet, warum Printmarketing in der heutigen Zeit immer noch relevant ist.

Druckerzeugnisse
Printwerbung

Die Vorteile von Printmarketing in 2019

1. Aufmerksamkeit bei Print höher

In einer Welt, in der wir die meiste Zeit damit verbringen, auf Bildschirme zu starren, kann der Kontakt mit einer Printanzeige definitiv unsere Aufmerksamkeit erregen. Viele neigen vielleicht sogar dazu, dies als Abwechslung zu betrachten.

Wenn wir auf Smartphones oder Laptop-Bildschirm schauen, ist nur einer der fünf Hauptsinne an dieser Aktivität beteiligt. Hier Print die Nase vorn. Haben wir einen Flyer oder einen Brief in der Hand, sehen wir nicht nur das darauf Dargestellte, sondern können auch seine Textur spüren und eventuell sogar einen guten Geruch wahrnehmen. Kurz: gedruckte Marketingmaterialien können drei Sinne ansprechen, im Vergleich zu digitalen Webeformaten, die nur einen ansprechen.

Hierzu beschreibt bereits Martin Lindstrom in seinem Buch “Brandsense: How to Build Powerful Brands Through Touch, Taste, Smell, Sight, and Sound”, dass man mit der gezielten Ansprache von mehreren Sinnen eine Marke erfolgreich aufbauen oder stärken kann.

2. Großes Erinnerungspotenzial bei Printwerbung

Je nachdem, wo jemand wohnt und wie viel Zeit er online verbringt, ist er in der Regel zwischen 3.000 und 12.000 Anzeigen pro Tag ausgesetzt. Das ist eine Menge, die niemals bewusst im menschlichen Gehirn ankommt. Deswegen ist es uns auch so gut wie unmöglich, uns an die Vielzahl der Anzeigen zu erinnern, besonders wenn man sie nur einmal gesehen hat.

In den USA hat der US Postal Service eine Neuromarketing-Studie durchgeführt, um nachzuweisen, wie Menschen auf Printwerbung gegenüber digitaler Werbung reagieren. Das Ergebnis belegte, dass gedruckte Anzeigen eine stärkere emotionale Reaktion auslösen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich an eine gedruckte Anzeige erinnert, ist demnach höher. Zudem wurde deutlich, dass sich das menschliche Gehirn viel einfacher mit gedruckten Informationen verbinden kann als mit Online-Informationen.

3. Print muss nicht teuer sein

Printwerbung wird zum aktuellen Zeitpunkt vergleichsweise wenig genutzt. Während die Preise für digitales Marketing durch den Konkurrenzkampf in vielen Bereichen nach oben schießen, gibt es viele Druckereien, die mit Komplettpaketen und crossmedialer Erfahrung auftrumpfen. Durch den Vergleich der Anbieter lässt sich schnell eine günstige Druckerei finden und mit einer anschließenden Erfolgsmessung sehr gut vergleichen, ob die Performance mit den digitalen Anzeigen mithalten kann.

4. Lerneffekt durch Haptik ist gegeben

Flyer, Broschüren, Plakate, Visitenkarten – es gibt viele Arten von gedruckten Materialien, die Unternehmen das Erreichen der Marketingziele ermöglichen. So kommen beispielsweise Broschüren gern zum Einsatz, wenn es darum geht, der Zielgruppe detailliertere Informationen zu Lösungen ihres Problems bereitzustellen.

Alternativ können gedruckte Materialien verwenden werden, um das Publikum über wichtige Themen zu informieren. Die Theorie, dass gedruckte Materialien als Lernmittel dienen, wird durch eine Studie unterstützt, die vor einigen Jahren in Norwegen durchgeführt wurde. Diese analysierte die Auswirkungen auf das Leseverständnis, indem es Leseinformationen auf Druck und auf einem Computerbildschirm verglich. Es wurde deutlich, dass sich diejenigen, die gedruckte Dokumente lesen, eher an die Informationen erinnern. Leser nehmen diese gern öfter in die Hand, blättern und schlagen nach, was einen nachhaltigen Effekt auf die Erinnerungsquote und den Lerneffekt bringt.

Darüber hinaus zeigen wissenschaftliche Studien, dass das menschliche Gehirn 21% weniger kognitive Ressourcen benötigt, um das zu verarbeiten, was in ausgedruckter Form in den Händen gehalten werden kann. Dadurch wird es für erreichte Personen einfacher, Informationen zu erfassen und zu speichern.

5. Vertrauen in Print höher als in digitale Medien

Eine von Marketing Sherpa durchgeführte Umfrage ergab, dass 82% der Befragten bei der Kaufentscheidung auf Printanzeigen vertrauen. Tatsächlich waren die fünf vertrauenswürdigsten Werbekanäle die traditionellen, wie z.B. TV, in der Post empfangene Kataloge, Radioanzeigen und Außenwerbung in Plakatform oder Ähnlichem. Die Debatte um Fake News im Web kommt in diesem Punkt der Werbewirkung von Print zugute. Dies kann einer der Gründe sein, warum Printmaterialien in den Augen der Verbraucher zuverlässiger sind.

Eine Möglichkeit dafür könnte mutmaßlich auch der Erstellungsprozess von Printmedien sein. Hier wird der Inhalt durch diverse Freigaberunden öfter kontrolliert und ein begrenztes Platzangebot bietet nur Raum für wirklich notwendige und valide Inhalte.

6. Print hilft beim lokalen Marketing

Lokale Unternehmen haben Ihr Publikum in der Nähe. Auch wenn man digitales Marketing effizient auf die Zielgruppe anpassen und anschließend lokal ausspielen kann, hat Print durch die höhere Aufmerksamkeit und das Vertrauen der Leser hier auch die Nase vorn. Um lokal potenzielle Kunden zu erreichen, können beispielsweise Printwerbemittel wie Direktwerbung, Flyer, Visitenkarten, Poster oder Außenwerbung verwendet werden.

Abhängig von der Branche sich dabei die Bemühungen auf die Erstellung bestimmter Arten von Druckerzeugnissen konzentrieren. Zum Beispiel sind Kataloge im Einzelhandel immer noch ein wertvolles Werkzeug, das zu einer Kaufentscheidung führen kann. Für Rabattaktionen eignen sich hingegen eher Flyer oder Direktwerbung in Form von Print-Mailings.

7. Personalisierung und Call-to-Action in der Printwerbung

In einer Sache hat die digitale Welt dann doch das Rennen gewonnen: Die Messbarkeit. Der Erfolg von Print-Kampagnen beschränkt sich meist nur auf Käufe. Gezielte Optimierungen einzelner Komponenten in einer Print-Kampagne sind durch fehlende Daten kaum möglich – es sei denn, man misst digital.
So können personalisierte Mailings beispielsweise auf eine personalisierte URL führen. Die Vorteile: Der Nutzer kann persönlich angesprochen werden und durch den Seitenbesuch erhält man wertvolle Daten zur Erfolgsmessung.

Auch in Sachen Nutzerfreundlichkeit stellt die Verbindung zur digitalen Welt einen Vorteil dar. Mittlerweile werden über 50 % der getätigten Käufe online abgeschlossen. Außerdem lassen manche Geschäftsmodelle auch keine andere Möglichkeit zu.

Um Nutzer zur Aktion zu bewegen, kann sich auch die Nutzung eines QR-Codes anbieten. Laut Statista haben 2018 rund 10,1 Millionen Haushalte mit Internetnutzern einen QR-Code gescannt. Es wird erwartet, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahren noch erhöhen wird.

Diese beiden einfachen Taktiken können helfen, den Traffic von Online-Kampagnen zu steigern und deren Reichweite zu maximieren.

Bildquelle: Pixabay.com

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