Internet der Dinge nimmt langsam Form an!

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Seit einiger Zeit stellt sich immer öfter die Frage, ob wir vor der vierten industriellen Revolution stehen. Die Antwort lautet: „Wir sind mittendrin! Das Thema Internet der Dinge ist schon längst kein Zukunftsthema mehr und spätestens seit der diesjährigen Industriemesse in Hannover, als Industrie 4.0 zu den Leitthemen gehörte, ist es auch bei einer breiteren Klientel in der realen Welt angekommen.

Vernetzung der Welt über Internetprotokolle

Beim Internet der Dinge und der Industrie 4.0 handelt es sich um die konsequente Weiterentwicklung der zunehmenden Vernetzung unserer Welt, die mit der Entwicklung des Internets begann, das wie kein anderes Medium die Welt rigoros und nachhaltig verändert hat. Der Erfinder von HTML und Begründer des World Wide Web Tim Berners-Lee brachte es im Jahr 2006 auf den Punkt, in dem er feststellte: „Die Tatsache, dass wir alle miteinander vernetzt sind, die Tatsache, dass es diesen Informationsraum (Internet) gibt, verändert die Art, wie Menschen leben und arbeiten. Im Guten wie im Schlechten.“ Für diese unglaublichen Veränderungen waren gerade einmal 25 Jahre notwendig.

Nun steht die nächste Stufe der Veränderung auf dem Plan, denn zunehmend erfolgt die Kommunikation und Interaktion von Geräten, Maschinen und Alltagsgegenständen untereinander. Mittlerweile werden immer mehr dieser Geräte mit leistungsfähigen Prozessoren, Sensoren und Kommunikationsschnittstellen ausgestattet. Jedem dieser Geräte kann theoretisch eine IP-Adresse zugeordnet werden, über die es möglich ist, mit anderen Geräten, Maschinen und selbst mit Werkstücken und natürlich mit dem Menschen kommunizieren und interagieren zu können.

Internet der Dinge und Industrie 4.0

Beide Visionen haben denselben Hintergrund, nämlich die IP-abhängige Verknüpfung von digitaler und realer Welt.

Dabei bedeutet Industrie 4.0 Machine-to-Machine-Communication (M2M), welche völlig neue Perspektiven in der Automatisierung der Produktion bietet. Sie bringt künstliche Intelligenz in die Industrieabläufe, um verschiedene Produktionsprozesse selbst zu organisieren. So kann beispielsweise ein Werkstück im Fertigungsprozess in jeder Stufe dem Roboter via Internetprotokoll melden, welcher konkrete Arbeitsschritt an ihm vorgenommen werden muss. So lassen sich selbst Kleinserien und Einzelfertigungen effizient realisieren.

Das Internet der Dinge hingegen durchdringt alle Bereiche unseres Lebens. Akteure sind hier Waschmaschinen und Kühlschränke, Autos oder Registrierkassen, die untereinander – in erster Linie aber mit dem Menschen kommunizieren und interagieren können. Immer mehr Prozesse lassen sich heute bereits über das Internet steuern. Ob die Regelung der Heizung über das Smartphone, Raumüberwachung per IP-Kamera und Alarmmeldungen per SMS oder Steuerung der Hausbeleuchtung vom Urlaubsort – all dies ist heute schon Realität. Auch Devices wie Philips Hue, die über das Internet steuerbare Glühlampe, das Belko WeMo-System, mit dem sich Steckdosen und Bewegungsmelder schalten lassen oder die Personenwaage und das Blutdruckmessgerät von Withings, die die Daten an eine App senden, die dann wiederum das Fitnessarmband Jawbone Up sendet, welches an den fälligen Besuch des Fitnesscenters erinnert, sind bereits überall verfügbar. Mit komfortablen Online Tools wie IFTTT lassen sich notwendigen Steuerprozesse selbst von Laien komfortabel programmieren und über das Web steuern.

ifttt
ifttt (Bildquelle: Screenshot ifttt.com)

IPv6-Standard macht das Internet der Dinge erst wirklich komfortabel

All dies zeigt nur einen winzigen Bruchteil dessen, was vom Internet der Dinge zu erwarten ist, wobei ein besonders wichtiger Schritt mit der Einführung des IPv6-Standards gelungen ist. Dieses ermöglicht die Vergabe von 655 Trilliarden IP-Adressen pro Quadratmeter Erdoberfläche. Waren mit dem IPv4-Standard bisher lediglich 4,3 Milliarden Adressen möglich, sind es jetzt 340 Sextillionen IP-Adressen (340 mit 36 Nullen). Dies würde nahezu jedem Sandkorn eine eindeutige Adresse zuweisen und reicht deshalb aus, um allen neuen Geräten, aber auch Produktverpackungen und vielem mehr mit einer eigenen Internet-Adresse zu versehen und miteinander zu vernetzen.

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