Fytch! Fytcher, fytchen – Social-Bookmarking!

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fytchZeitgleich mit dem Social-Bookmarking-Service TicknTalk, den wir bereits im Juli hier auf NetzNews vorgestellt haben, wurde ein Dienst gestartet, der die Kommentierung und Bewertung von Webseiten unabhängig vom Betreiber ermöglicht: Fytch! Und was Fytch nur braucht sind Fytcher, die Fytchen. Nach der Entdeckung des Massen-Zwitscherns im 140 Zeichentakt könnte Fytch ein weiteres Community-Modell sein, das dem Bedürfnis vieler User entgegenkommt, einfach, schnell und kurz eine Meinung, Aktion oder Sensation ins Netz zu stellen und an seine Follower-Community weiter zu geben. Ob Fytch damit Erfolg hat, lässt sich erst sagen, wenn genügend Leute das Fytchen gelernt haben: nämlich das Kommentieren von und Diskutieren über Websites und ihre Unterseiten, sozusagen das – Gurren von den Dächern – der Websites.

fytchsite

Da Fytch ohne Installation einfach als Bookmarklet zur Verfügung steht, haben die Initiatoren des Start-Ups dabei auf den sehr leichten Zugang zum kostenlosen Service geachtet. Bookmark und das war’s. Die Kommentare werden wie ein Popup über die Seite gelegt, man muss also die Seite nicht vrlassen und keine Sidebar schiebt sich ins Bild. Fytchen heisst dabei: kommentieren und bewerten, auf Kommentare antworten, Kommentare bewerten. Abgekoppelt vom inhaltlichen Geschehen der jeweiligen Webseite wird durch Fytch eine weitere Interaktionsebene eröffnet. Wenn Crowds dann Fytchen, haben wir etwas Neues: Sarah Perez von RWW nennt das Social Commenting. Commentity wäre knapper und Commenditis viraler. Mit Hilfe anderer Fytcher und ihrer Kommentare können so Websites und Unterseiten schneller beurteilt werden, wer andere Fytcher verfolgt, kann neue Webseiten entdecken und schätzen lernen.

Fytch bietet wie TicknTalk nach eigenen Angaben unzensierten Link- und Meinungsaustausch über Webseiten und dass heißt: losgelöst von jedwedem Zugriff des Website-Betreibers können Kommentare verfasst und gelesen werden. Wer durch redaktionelle Eingriffe und fehlende Kommentarfunktionen bisher davon abgehalten wurde, kann bei Fytch loslegen. Bei Websites, die bisher keine Web 2.0-Funktionalitäten besaßen, werden neue interaktive Flächen eröffnet. Umgekehrt werden jedoch auch Reaktionen und Informationen aus dem unmittelbaren Contentbereich herausgelöst und diskursive Interaktion erschwert.

Wie funktioniert Fytchen? Während bei TicknTalk ein Browser-Plugin und eine Registrierung erforderlich sind, setzt Fytch auf eine sehr viel einfachere Lösung: einfach ein Bookmark setzen, über seine Login-Daten von Twitter, Google, Facebook, Yahoo oder OpenID anmelden – fertig! Innerhalb weniger Sekunden ist Fytch voll verfügbar, so einfach, wie eben das Setzen eines Lesezeichens dauert! Für diejenigen, die mit Add-ons auf Kriegsfuß stehen eine simple Alternative! Gut gelöst!

Fytch steht nach der Anmeldung, z.B. über den eigenen Twitter-Account, auf jeder Seite im Internet zur Verfügung. Wer sich gerade auf einer Website befindet, zu der er Kommentare lesen möchte, der klickt einfach auf das Lesezeichen „Fytch it!“, dass sinnvollerweise in der Lesezeichen-Favoriten-Leiste abgelegt werden sollte, um schnell darauf zugreifen zu können. Einmal aktiviert, erscheint statt einer Sidebar, wie bei TicknTalk, die Fytch-Toolbar, die sich am oberen Bildrand übersichtlich und dezent pop-up-t.

Parallel zur Einfachheit bei der Aktivierung des Dienstes setzen die Hamburger Entwickler von GATE 53|10 auch bei der Toolbar auf Übersichtlichkeit und minimalistische Funktionalität. Hinter dem Sternsymbol verbirgt sich das Fytch-Dashboard, mit dem man auf die Radar-Funktionen zugreift. Es können hier Websites zum eigenen Radar hinzugefügt werden, so dass im personalisierten Radar alle neuen Kommentare erscheinen, die zu der entsprechenden Seite geschrieben werden. Im Live-Radar werden alle neuesten Fytch-Kommentare zu allen Webseiten angezeigt. Schließlich lassen sich auch die Kommentare einzelner Fytcher im Radar verfolgen. Fytcher, die die eigenen Kommentare als „followers“ mitverfolgen, können ebenfalls angezeigt werden.

Ein Klick auf den Listen-Button zeigt hingegen alle Kurzmitteilungen und Kommentare an, die zu der Website geschrieben wurden, auf der man sich gerade befindet. Die besuchte Seite wird dabei nach dem Klick grau überlagert und in der Mitte öffnet sich ein Kommentarfenster mit allen relevanten Informationen zu den einzelnen Kommentaren. Rechts neben dem Artikel erscheint die Kommentarbewertung der anderen Fytcher. Wer sich als Fytcher angemeldet hat, kann mit einem Klick die inhaltlichen Relevanz und Form der Kommentare bewerten oder eine Antwort schreiben.

Wer eigene Kommentare verfassen möchte, kann dies mit einem Klick auf das Plus-Zeichen in der Fytch-Toolbar tun. Neben dem Titel, Text und den zu vergebenen Tags wird man noch aufgefordert, den Kommentar einer Rubrik und innerhalb der Rubrik einem bestimmten Channel zuzuordnen. Als Rubriken stehen

  1. Computer & Internet
  2. Entertainment & Medien
  3. Equipment & Geräte
  4. Lifestyle
  5. Wissen & Forschung
  6. Sport
  7. Reisen & Ausgehen
  8. Nachrichten & Business

zur Verfügung, die die Kommentaren-Flut sinnvoll ordnen sollen.

Zwei weitere Buttons der Fytch-Toolbar sind für Websites gedacht, die sehr viel Content auf einer Seite bieten. Wer sich etwa auf der Spiegel-Homepage befindet, aber eigentlich einen spezifischen Bereich der Seite besprechen möchte, sollte den Plus-Button mit den vier Bereichszeichen anklicken. Anschließend wird der entsprechende Bereich markiert und andere Fytcher können den Kommentar diesem Bereich zuordnen.

Fazit: Fytch verbindet die Möglichkeit des Kommentierens und Austauschs über Websites und unabhängig vom jeweiligen Betreiber mit einem gelungenen Design, einfacher Aktivierung des Dienstes über ein Lesezeichen und ohne Installation, mit einfacher Funktionalität und Konzentration auf die Kommentarfunktion – ein überzeugendes Rezept des Hamburger Startups. Welchen Nutzen solche Kommentare haben werden, werden uns ihre Nutzer zeigen.

3 Kommentare

  1. Hallo,

    noch ein weiterer kleiner Stern am Himmel von „Social Bookmarking“.
    digg, glue, delicios, …
    Da fällt die Entscheidung schwer.
    Für mich aber nich für Fytch…

    Stefan

  2. Fytch ist gut durchdacht und die Technologie wird sicher auch noch für andere Anwendungen eingesetzt werden, denn die Tendenz heutiger Start-ups geht nach meiner Meinung immer mehr in Richtung Simplicity. Allerdings muss sich bei Fytch, TicknTalk etc. erst noch der praktische Nutzen für User zeigen. Eine Fytch-Welle wie bei Twitter ist jedenfalls nicht zu erwarten, oder?

  3. Pingback: Social-Bookmarking wird zu Social Commenting | Banedon's Cyber-Junk

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