FoodLoop macht Schluss mit Lebensmittelverschwendung!

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Bundesweit landen jährlich 550.000 Tonnen Lebensmittel, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, im Müll. Dies entspricht einem im Warenwert von zirka 1,5 Milliarden Euro. Die Lebensmittel sind dabei noch völlig in Ordnung und oft auch über das MHD hinaus noch bedenkenlos genießbar. Dieser Verlust ist bei den Unternehmen von vornherein kalkuliert und eingepreist. Dies bedeutet allerdings, dass der Verbraucher diesen mit bezahlt. Im Schnitt sind dies 2 bis 6% des Preises, die Kunden dafür bezahlen, dass pro Supermarkt ca. 2 volle Einkaufswagen an einwandfreien Lebensmitteln weggeworfen werden, weil das MHD näher rückt.

Das Kölner Startup FoodLoop will dies ändern und einen Schlussstrich unter derartige Verschwendung von Ressourcen ziehen.

foodloop Website
foodloop (Bildquelle: Screenshot foodloop.de)

FoodLoop spürt Lebensmittel mit ablaufendem MHD auf

Das Gründerteam an der Kölner Universität entwickelt mit FoodLoop eine Handy App, die die im Strichcode der Waren verschlüsselten Informationen über das MHD nutzt, um im Supermarkt alle Lebensmittel aufzuspüren, deren Mindesthaltbarkeit in wenigen Tagen ausläuft und dem Verbraucher zu zeigen, wo es rabattierte Lebensmittel gibt. Diese werden dann verstärkt gekauft, statt im Müll zu landen.

Dazu will FoodLoop die Informationen über das Mindesthaltbarkeitsdatum der Produkte aller Supermärkte auf einer externen Plattform sammeln und, da die Plattform mit den Kassen- und Warenwirtschaftssystemen der Supermärkte kommunizieren kann, die Rabattierung der Lebensmittel automatisieren. Das System erkennt automatisch, bei welchen Produkten das MHD in Kürze erreicht wird. Ist dies der Fall, informiert das System Kunden und Händler und stellt sicher, dass der entsprechende Rabatt automatisch ohne Neuauszeichnung der Waren an der Kasse abgezogen wird.

Voraussetzung ist, dass die Supermärkte den aktuellen Standard GS1 DataBar für ihre Strichcodes einsetzen, der sich derzeit immer weiter durchsetzt. Dieser speichert neben den üblichen Angaben wie Artikelnummer und Preis beispielsweise auch Informationen über das Mindesthaltbarkeitsdatum. Diese Informationen können dann in Echtzeit an die Plattform gesendet und dort verarbeitet werden.

Verbraucher finden rabattierte Lebensmittel in ihrer Nähe

Die FoodLoop App zeigt nun dem Verbraucher auf seinem Smartphone, welche Supermärkte in seiner Nähe bei FoodLoop mitmachen und welche aktuellen Sonderangebote derzeit gerade verfügbar sind. Er findet hier Informationen, welche Waren preisgünstiger angeboten werden und wie lange das MHD noch läuft. Ein Ampelsystem gibt zusätzlich Auskunft, wie viel reduzierte Produkte ungefähr noch verfügbar sind, wobei Gelb bedeutet, dass der Vorrat zu Ende geht und es ratsam ist, schnell zu sein.

FoodLoop sucht Partner für ambitioniertes Projekt

Mit dem Konzept gewann FoodLoop bereits einen internationalen Startup Wettbewerb in Brasilien und konnte sich 75.000€ Preisgeld sichern. Auch die Kölner Uni unterstützt die Aktivitäten der Gründer mit 94.000€ Gründerstipendium für ein Jahr.

Aufbauend einer bereits bestehenden strategischen Partnerschaft mit SAP, das die Warenwirtschaftssysteme der meisten Handelsketten bereitstellt, sollen nun Supermarktketten für ein umfassendes Pilotprojekt gewonnen werden. Dazu präsentierte sich FoodLoop auch auf der diesjährigen CeBIT.

Obwohl es momentan noch schwierig zu sein scheint, entsprechende Partner zu gewinnen, lautet die ambitionierte Vision der Gründer, bis 2020 alle Supermärkte weltweit mit diesem System auszustatten, denn es handelt sich um ein System, das sich in jedem Fall ökologisch auszahlt und sich in der Perspektive auch bald ökonomisch rechnen dürfte.

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