FinTech Startups zwingen Banken zum Umdenken!

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Zunehmend mehr Menschen wickeln heute Bankgeschäfte online ab. Wie der Branchenverband der Digitalwirtschaft BitKOM ermittelte, nutzen bereits rund 40 Millionen User Finanzservices online, jeder Dritte davon auch über mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet. Im Zuge dessen hat sich der Finanzmarkt in den letzten Jahren drastisch verändert. Die etablierte Finanzbranche muss daher schleunigst umdenken und sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen.

Viele herkömmliche Bankdienstleistungen, für die man noch vor einigen Jahren unter Umständen mehrere Termine beim Bankberater vor Ort brauchte, werden heute schnell und unbürokratisch via Internet abgewickelt. Zu den Klassikern gehört hier der Kredit. Der Onlinekredit hat sich längst als schnelle und unkomplizierte Alternative zum Darlehen bei der Filialbank durchgesetzt. Wer dringend und unkompliziert, vor allem aber günstig Geld braucht, kann dieses online sogar innerhalb weniger Stunden bekommen. Über Online Kreditvergleiche ist es möglich, sich kostenfrei und unverbindlich über Angebote zu informieren, die Konditionen zu vergleichen und den Wunschkredit direkt zu beantragen. Infos zu Online-Krediten und Kreditvergleichen sind beispielsweise auf dieser Website zu finden. Filialbanken stehen hier deutlich unter Druck, denn Online Darlehen sind oftmals wesentlich günstiger als Kredite bei der Hausbank. Viele von ihnen haben hier bereits reagiert und bieten mittlerweile auch die Möglichkeit, Kredite online zu beantragen.

Fintech Startups bestimmen das Tempo der Entwicklung

Der Druck auf die etablierten Geldinstitute ist jedoch nicht nur auf dem Kreditsektor gewachsen. Insbesondere die veränderten Nutzergewohnheiten stellen die Banken vor neue Herausforderungen. Kunden wollen nicht mehr nur Überweisungen schnell und unkompliziert abwickeln, sondern möglichst jederzeit und überall Kredite beantragen, Anlagen tätigen und andere Finanzgeschäfte erledigen. Wenn die Banken nicht letztendlich als Verlierer auf der Strecke bleiben wollen, ist ein Umdenken zwingend notwendig. Bill Gates brachte es mit den Worten auf den Punkt: „Banking is necessary, banks are not“ („Bankgeschäfte sind notwendig, Banken nicht“).

mobile banking
Mobile Banking

Das Tempo wird nämlich zunehmend von der Startup Szene bestimmt. FinTech Startups schießen wie Pilze aus dem Boden und der Begriff FinTech – ein Kofferwort aus Finanzen und Technologie – ist geradezu zum Buzzword in der Szene geworden. Den jungen Unternehmen gelingt es immer mehr, mit innovativen Finanzlösungen den Nerv anspruchsvoller Kunden zu treffen und auf deren Bedürfnisse einzugehen. Mit smarten Banking-Ideen, Services zur komfortablen Zahlungsabwicklung und Dienstleistungen rund um Mobile Banking gelingt es Finanztechnologie Startups Nischen zu besetzen und Finanzdienstleistungen in die digitale Welt transferieren, Damit gelingt es ihnen, den etablierten Banken zunehmend Marktanteile streitig zu machen.

Neben Klein- und Mikrokrediten gehören Smartphone Banking, Finanzberatung, Geldanlage, Entwicklung von Paymentlösungen oder auch die Echtzeit-Bonitätsprüfung zu den Sektoren, in denen sich Startups am Markt etablieren und den klassischen Banken und Kreditdienstleistern gehörig Konkurrenz machen. Selbst in den Bereichen Vorsorge und Versicherung sind Ableger der FinTechs, so genannte InsurTech Startups dabei, mit neuen Ideen Fuß zu fassen.

Investoren haben das Potenzial erkannt

Das gewaltige Potenzial der FinTech Startups lockt Investoren magisch an. Finanzierungsrunden von mehrstelligen Millionenbeträgen sind hier keine Seltenheit. Allein im ersten Quartal 2016 wurde eine Gesamtsumme von 107 Millionen US-Dollar in Deutschlands FinTech Startups investiert. Zentrum der Szene ist dabei Berlin. In der Hauptstadt fanden in diesem Zeitraum neun Runden statt, bei denen insgesamt wurden 75 Millionen Dollar investiert wurden.

Zu den Profiteuren solcher Investitionen gehört beispielsweise das Berliner FinTech Startup N26. Nach mehreren Finanzierungsrunden mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet, ist es dem Bank-Startup Mitte 2016 gelungen, nach nur 18 Monaten eine Banklizenz der Finanzaufsichtsbehörde BaFin und der EZB zu erhalten. Hier ein paar Infos dazu. Als Vollbank bringt N26 nunmehr unter dem Motto „Banking by Design“ eigene Finanzprodukte auf den Markt. Mit dem N26 Konto ist nicht nur innovatives mobile Banking in Echtzeit per Smartphone möglich. Kunden können mit der kostenlosen Kreditkarte komfortabel bezahlen. Darüber hinaus können N26-Kunden per Smartphone ihren Dispo verwalten und seit kurzem sogar Konsumenten-Kredite über ihr Mobiltelefon beantragen und binnen weniger Minuten genehmigt bekommen.

Kooperation mit Banken zum gegenseitigen Nutzen

Um Bankdienstleistungen, wie beispielsweise Kreditvergabe erbringen zu können, ist in Deutschland eine gültige Banklizenz der Finanzaufsicht BaFin erforderlich. Aufgrund fehlender Lizenzen sind Startups oftmals darauf angewiesen, mit etablierten Banken zu kooperieren. In einigen Fällen hat sich daraus bereits eine durchaus fruchtbringende Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen entwickelt.

Während FinTechs häufig das Know-how liefern, können Banken eine organisch gewachsene Kundenbasis und nicht zuletzt auch ihren seriösen Namen als Partner einbringen. Mit einer Bank als Dienstleister im Rücken oder einem etablierten Kreditinstitut als Kunden öffnen sich für Startups manche Türen quasi von selbst. Insbesondere Investoren sehen hier einen enormen Vertrauensvorschuss. Gerade hier bietet sich für die Banken die Möglichkeit, am Ball zu bleiben und mit motivierten Partnern den Sprung in die digitale Welt zu schaffen.

Bildquelle: Pixabay.com

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