Der Customized Food Hype wieder vorbei?

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“Customized Food” – kreiere, gestalte, mixe und etikettiere deine Lebensmittel selber – hat sich durch die relativ einfache Umsetzung und den Vertrieb über das Internet in den letzten Jahren stark verbreitet. Ob mymuesli, myfitmix, yourTee, allmyTea, myCornflakes, Cocktailbude oder meinHundefutter, all diese Anbieter sind in den letzten Jahren aus den Boden geschossen.

Allerdings bleibt abzuwarten, ob es sich um eine kurze Laune im eCommerce-Bereich handelt und die vielen Services von einem modischen Hype profitieren oder ob Customized Food aus dem Internet langfristig nachgefragt wird. Wie bei allen großen Fragen wird es auch in diesem Fall eine goldene Mitte geben.

Es mehren sich jedoch gerade die Zeichen, das der Hype schon wieder vorbei sein könnte. Bei der Cocktailbude.de heißt es seit kurzem: Server nicht erreichbar! Ebenfalls scheint der Customized Food Shop meinhundefutter.de derzeit die Lichter auszumachen. Geht man auf den Shop, steht dort: „Leider ist unser Shop im Augenblick geschlossen. Wir sind bald wieder für Sie da.

Ein dritter Customized Food Anbieter, myCornflakes.com, hat ebenfalls die Fahnen gestrichen – letzte Woche konnte man den Customized Food Anbieter bei eBay ersteigern. Da das Mindestgebot nicht erreicht wurde, verblieb der Customized Food Shop jedoch beim alten Besitzer.

Dafür scheint es bei Customized Tee Produkten etwas besser zu laufen. Erst kürzlich gestartet, macht der Anbieter allmyTea webseitig einen sehr guten Eindruck, aber auch die Konkurrenz von yourTee brachte mit ihrer Tee-Flatrate wieder frischen Wind in das Customized Food Geschäft. Die Müsli Platzhirsche mymuesli und myfitmix sehen übrigens auch nicht so aus, als wenn das Mixen bald vorbei wäre.

Aus diesem aktuellen Anlaß haben wir dem Gründer von myfitmix.de, Oleksandr Shcherbina, gesprochen und ihn zu Customized Food und die Branchenentwicklung interviewt.

Wie läuft es bei myfitmix?

– Wir haben Bestellungen von Großkunden zu Weihnachten, also sind zufrieden. mymuesli waren die ersten. Wir kriegen auf Anhieb diesen Erfolg nicht hin. Wir müssen uns Schritt für Schritt ausbauen, Geduld und genug Finanzen mitbringen. Das dauert noch mehrere Monate bis wir unsere Nische besetzen. Mit denen, die nicht genug Geduld oder Finanzen haben, passiert das gleiche wie mit mycornflakes!

Was sagt Ihr zur Konkurrenz?

– es ist einfach zu teuer, eine Firma zu unterhalten und es kostet ein paar tausende Euro im Monat – Miete, Produkte, Werbung, Vorsteuer usw.

Vermutlich trennt sich bei Customized Food Anbietern zur Zeit gerade die Spreu vom Weizen, da neben solide ausgearbeiteten Geschäftsideen einige Trittbrettfahrer den Hype für sich zu nutzen versuchen, ohne den Markt hinreichend nach Erfolgsaussichten abgeklopft zu haben. Es bleibt abzuwarten, in welchen Bereichen sich Customized Food langfristig etablieren wird!

20 Kommentare

  1. Moin!

    Nein, der Custom-Markt im Food-Bereich ist längst nicht tot, sondern hat eine große Zukunft vor sich, davon bin ich überzeugt. Ich habe gerade erst eine aktuelle Studie vom Zukunftsinstitut über die Entwicklung der Gesellschaft in 20 Jahren gelesen. Ausdruck der eigenen Individualität, Nachhaltigkeit, wie jetzt z.B. in der lohas-Bewegung zu erkennen aber auch Orientierung und ein Qualitätsanspruch am Markt der Möglichkeiten werden eine immer stärkere Bedeutung haben. Wir Customizer können diesem Trend im Long-Tail bestens gerecht werden. Wesentliche Elemente, wie Individualität, Qualität und Orientierung, kann man schon jetzt im Auftritt von allmyTea erkennen und wir arbeiten unermüdlich weiter daran, dies noch besser umzusetzen.

    Der Grund für das Scheitern einiger Customizer, wie z.B. mycornflakes sehe ich nicht in der Geschäftsidee, sondern in der kaufmännischen Planung und im Marketing. Wir haben über ein halbes Jahr Vorbereitung dazu genutzt, uns hier gut aufzustellen. mymuesli hat mit Sicherheit eine Tür aufgestossen und gezeigt, dass das Prinzip von spreadshirt auch auf den Food-Bereich übertragbar ist.

    Ich glaube einfach, dass inspiriert von dem großen Erfolg der Passauer Jungs, ganz einfach viele junge Gründer gedacht haben „Mensch, dass können wir auch!“. Leider scheitern in Deutschland viele Existenzgründungen an der Finanzierung, am Marketing und am Konzept. Mit einem besseren Finanzierungs- und Investitionsplan und einem besser ausgearbeiteten Businessplan hätte es aber ganz anders ausgehen können.

    Viele Grüße

    Andi

  2. Hey Andi,

    ich habe die allmytea Entwicklung auch ein wenig online verfolgt und ich finde das ihr das wirklich gut gemacht habt. Die lange Ankündigung hat mich zwar erstaunt, aber es hat sich wahrscheinlich gelohnt, nicht gleich mit dem Verkaufen loszulegen. Mymuesli hat wirklich einen guten Anfang gemacht und allen gezeigt was so möglich ist, wenn man es richtig anpackt.

    Ich wünsche euch auch weiterhin viel Erfolg mit eurem Customized Food Shop von allmytea! 🙂

    Gruß Toni

  3. Ja das ist mal was 🙂
    Ich muss Andy recht geben – vielleicht noch was hinzufügen:

    Das Marketing ist gerade im Trend Customized Food ein wesentlicher Faktor! Denn das man im Internet mal ein T-Shirt bestellt ist ok – aber viele haben noch „Vorstellungsschwierigkeiten“ wenn es darum geht, das Internet für Lebensmittel und dann auch noch „selbst zusammen gestellt“, zu nutzen!

    Aber: Immer mehr zeigt sich, dass sinnvolle Anwendungen (generell im Web 2.0) sich durchsetzten. Daher sehe ich ebenfalls für den Bereich Customized Food eine Berechtigung.

  4. Kleiner Nachtrag:
    Was mich am meisten wundert sind die Jungs von cocktailbude…..weil die haben doch nun wirklich den Eindruck gemacht, dass Sie sich richtig auf der Produkt vorbereitet haben ect…!
    Da würde mich wirklich mal interessieren was passiert ist!
    Kann man das nicht mal recherchieren?

  5. in diesem Sektor wie in jedem anderen – nur 10% überleben.

    Der grösste Fehler den man machen kann – die Marketingstrategie aus Passau 1zu1 zu übernehmen. Die Erfahrung zeigt es schon.

    Wettbewerb Teilnahme+Adwords+Blogs sind nicht mehr genug. Wer die Strategie nicht anpasst geht runter.

    Ich wünsche uns allen viel Erfolg!

  6. Wie sieht es denn im EU-Ausland damit aus? Ist Deutschland Vorreiter oder kann man sich in Holland seine Joints auch schon selber mixen?

  7. heheh … das ist doch meine coole Idee 😉
    Joints mit Himbeergeschmack *** oh mann 😉

  8. vielleicht sind die Kollegen ja doch schneller 😉
    allmyjoint 😉 ?? *gg*

  9. Hey,

    das lass ich jetzt aber nicht auf uns sitzen. Wir haben nur erlesene Zutaten und keinerlei Kraut zum Rauchen 😉

    Vielleicht machen wir mal ein Joint-Venture aber mehr werden wir mit dem Begriff nicht zu tun haben 😉

    So, ich gehe mal wieder an die Teeschüppe. Schließlich haben wir Bestellungen…

    Andi

  10. … lustig: Der Hinweis von Andy mit den Bestellungen ist cool…:-)

    Ich finds cool das unsere Ideen gut funktionieren! Der Markt ist groß genug!

  11. Hi zusammen,
    wenn ich mir die Customized-Produkte im Netz so anschaue und auch andere Planungstools und Konfiguratoren (wenn man das auch darunter fassen will), so bin ich der Meinung, dass das Thema Online-Individualisierung und Customizing im Internet in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen wird.

    Wo hatte man es denn jemals so einfach individuelle Produkte zu erstellen oder seinen Lieblingsgeschmack zu kreieren?! Die Produktmanager der Unternehmen müssen nun schauen, wie Sie die Kunden weiterhin mit Customizing für Ihre Produkte begeistern können und welche Optionen und Funktionen man den Kunden im Netz noch bieten kann.

  12. A propos LOHA: Wieso bietet eigentlich keiner unter euch Tee-Mixern zumindest optional Fair-Trade-Zutaten an? Gerade bei Tee und Kaffee ist es doch inzwischen selbst bei den großen Anbietern gang und gäbe, entsprechende Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Oder gibt es da irgendwelche konkreten Probleme bei Angebot oder Zulieferung solcher Zutaten?

  13. Hallo Jan,

    LOHAS – lifestyle of health and sustainability ist eine Bewegung unter den Konsumenten, die in den USA noch stärker ist, als in Deutschland. Die LOHAS-Anhänger wollen wissen, was sie auf dem Teller bzw. in der Tasse haben, wo es herkommt und sicherstellen, dass sie mit dem Verzehr nicht dem ökologischen Gleichgewicht schaden. Nachhaltigkeit eben.

    In unserem Fall ist es so, dass wir bei rund 200 Zutaten unterschiedlichste Herkunftsländer haben. Blüten und Trockenfrüchte, einige Saaten und Aromen kommen z.B. aus Deutschland. Tee aus Japan, China, Indien, Sri-Lanka, Afrika und Südamerika.

    Von daher ist es schwer, hier komplett auf Fair-Trade oder Bio-Produkte zu setzen. Wir von allmyTea machen uns aber auch Gedanken darüber, wie die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen sind.

    In China gibt es offiziell keine Armut unter den Pfückern, jedoch ist China ein großes Land und die Medien werden vom Staat kontrolliert. Ich selbst war in Shanghai und der Provinz Yunnan und was ich gesehen habe stimmt mich aber optimistisch.

    In Indien liegen die Löhne der Pflücker im landesvergleich über dem Durchschnittsverdienst eines Arbeiters. Die Arbeiter sind gewerkschaftlich organisiert und es gibt ein „National Tea Board“, das sich um die zentralen belange der Pflücker kümmert. Es leistet gute Arbeit aber die Gewinner sind nach wie vor die Plantagenbesitzer. Das nur als kurzer Exkurs, um zu zeigen, dass wir uns mit der Thematik auseinandersetzen und es uns nicht egal ist.

    Auch lassen wir uns regelmäßig Analysen von den unseren Großhändlern vorlegen, so dass wir sicherstellen können, dass unser Tee nicht nur einwandfrei sondern von höchster Qualität ist.

  14. Wir beobachten die Branche schon eine ganze Weile und müssen ebenfalls sagen, das größte Problem scheint die Planung zu sein. Es gibt viele Produkte, die sich Individualisieren lassen. Nur muss man das dem Kunden auch geeignet verkaufen, wieso dieser einen Vorteil aus solch einer Konfiguration zieht.

    Vielen Webseiten sieht man die Unbedarftheit einfach an. Wir haben eine tolle Idee, die -webseite kann mein Bruder mir erstellen und dann machen wir große Gewinne. So klappt das aber auch im Internet schon lange nicht mehr!

  15. Ich denke, dass der Trend zur Individualisierung erst im Kommen ist. Dies gilt nicht nur für die Sparte der individuellen Geschenkidee. Die Kunden werden für ihren eigenen Bedarf auch immer mehr individuelle Produkte nachfragen.

  16. Ich glaube der Trend schreitet voran, bisher wurde nicht so sehr auf die User geschaut – das ist jetzt anders und es gibt jede menge neuer und spannender ideen in dem sektor. Es bleibt abzuwarten was daraus wird…

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