Das moderne Büro: Papier weiterhin von Bedeutung!

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Schon lange wurde hierzulande über die Auswirkungen der Digitalisierung im modernen Büro diskutiert. Bereits die Markteinführung des E-Books vor einigen Jahren machte viele glauben, die Zeiten des Papiers seien gezählt. Experten sind allerdings der Meinung, die Rolle des weißen Zellstoffs könnte auch in den kommenden Jahrzehnten ungebrochen groß bleiben. Denn die eigentlichen Aufgaben des Materials gehen weit über die Dinge hinaus, die wir ihm auf den ersten Blick zu schreiben.

Leichtere Aufnahme von Informationen

Bereits seit Jahren untersuchen Wissenschaftler an Universitäten die Auswirkungen des Papiers beim Lernen und Arbeiten. Dabei stellten sie fest, dass ihre Probanden sich Inhalte deutlich besser einprägen und später wiederholen konnten, wenn diese auf klassischem Papier und nicht in digitaler Form vorlagen. Die Teilnehmer des Versuchs gaben als Hauptgrund an, sich auf der digitalen Vorlage nur unter großer Mühe Notizen machen zu können. Zwar bieten zum Beispiel PDFs inzwischen die Möglichkeit, einen digitalen Textmarker einzusetzen. Doch die kognitiven Prozesse, die für neue neuronale Verknüpfungen im Gehirn sorgen, werden auf diese Weise nicht so stark aktiviert, wie es beim klassischen Markieren der Fall ist. Produkte wie das Rainbow Papier für Kopierer haben dadurch auch in Zukunft ihre Berechtigung, was das Verknüpfen und Ordnen angeht.

Bessere Organisation am Arbeitsplatz

Ein weiterer Aspekt musste erst gar nicht wissenschaftlich beleuchtet werden, um seine Prägnanz zu verstehen. Denn das Bearbeiten auf klassischem Papier ist deutlich effizienter und verschlingt damit weniger wertvolle Arbeitszeit. Angestellte im Büro müssen oft zwischen verschiedenen Formularen wechseln, um zum Beispiel wichtige Kennzahlen herauszuschreiben oder zu markieren. Im digitalen Bereich wäre es dafür erst notwendig, verschiedene Dateien aufzurufen und dann mithilfe der wenig ausgereiften Technik im Dokument zu schreiben. Es bedarf sehr viel Übung, um hier einen ähnlich effizienten Arbeitsvorgang zu erzeugen. Aus diesem Grund würde allein die Umstellung auf das neue Verfahren wohl Jahrzehnte in Anspruch nehmen, in denen sich die Mitarbeiter daran gewöhnen können. Viele Arbeitgeber sind zudem der Meinung, ein papierloses Büro würde seine eigentliche Seele verlieren. Und rein haptisch betrachtet geht tatsächlich viel verloren, wenn die Umstellung auf das neue Verfahren erfolgt.

Papier
Papier (Bildquelle: pixabay.com)

Wissenschaftlich belegt ist bereits eine andere Funktion des Papiers. Denn viele Menschen arbeiten deutlich kreativer, wenn sie dafür nicht auf digitale Inhalte zurückgreifen müssen. Die klassische Darstellung auf dem weißen Zellstoff führt damit zu einem eher lösungsorientierten Arbeiten, das viele Chefs gerne in ihren Büroräumen erleben möchten. Findet die Arbeit dagegen vor einem großen PC statt, so vernehmen viele Menschen Scheuklappen vor ihren Augen und verlieren damit eine wichtige Fähigkeit für den Alltag am modernen Arbeitsplatz. Zu beachten sind hier allerdings signifikante Unterschiede zwischen einzelnen Personen. Je nach individuellen Bedürfnissen ist die Förderung der Kreativität durch Papier mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt.

Die effiziente Nutzung ist entscheidend

Dennoch ist es angesichts des großen Holzverbrauchs bei der Herstellung von Papier wichtig, dessen Anteil im modernen Büro zumindest zu senken. Wer sich die Mühe macht und nur wirklich elementare Dinge auf Papier druckt, leistet dazu bereits einen wichtigen Beitrag. Zudem lässt sich oft durch doppelte Kontrolle ein zweiter Ausdruck vermeiden, welcher die Rate verbrauchten Papiers nur unnötig weiter in die Höhe treibt. Gänzlich lässt sich das Papier allerdings auch aus dem Büro der Zukunft nicht wegdenken. Denn schlussendlich erfüllt es eine wichtigere Funktion, als nur das Festhalten wichtiger Daten in den täglichen Prozessen am Arbeitsplatz.

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