Crowdfunding Plattformen stark im Trend!

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Der Weg von der Geschäftsidee bis zur aktiven Firmengründung und zu den ersten Erfolgen ist oft steinig und es sind zahlreiche Hürden zu überwinden. Eine der schwierigsten Hürden für Existenzgründer ist dabei meist die Beschaffung von ausreichend Kapital. Gerade wenn es um die Finanzierung von neuen Projekten und Startups geht, winken die meisten Geschäftsbanken ab. Wer sich ohne finanzielle Sorgen im Hinterkopf auf sein Projekt konzentrieren will, muss also neue Konzepte finden.

Alternative Schwarmfinanzierung

Zwei dieser neuen Konzepte sind Crowdfunding und Crowdinvesting, die immer häufiger für die Projektrealisierung und die Startup-Finanzierung genutzt werden. Was einst zur Finanzierung von Musikprojekten in den USA diente und dort bereits seit 2006 erfolgreich praktiziert wird, erfreut sich mittlerweile auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. Crowdfunding und Crowdinvesting werden dabei von vielen als Synonym verwendet, allerdings gibt es hier einige entscheidende Unterschiede.

Bei beiden Formen handelt es sich zwar um Schwarmfinanzierungen, also die Finanzierung von erfolgversprechenden Projekten über Internetplattformen, bei der sich viele Geldgeber mit unterschiedlich hohen Beträgen an der Finanzierung bestimmter Projekte beteiligen. Projekte können die Produktion von CDs, Filmen oder Büchern ebenso sein wie große Online Projekte und Startups. Während die Investoren jedoch beim Crowdinvesting in der Regel eine – entsprechend der Höhe ihres Anteils – Unternehmens- oder Gewinnbeteiligung erhalten, fließt beim Crowdfunding kein Geld in die Taschen des Finanziers zurück. Die Geldgeber erhalten hier eher symbolische „Dankeschöns“. Je nach Startup, Branche und Höhe der Beteiligung meist in Form von CDs, Büchern, Erwähnungen auf der Sponsorenseite oder Teilnahme an Veranstaltungen.

Während Crowdinvesting also eher für Geldgeber geeignet ist, die sich mit überschaubaren Beträgen an Unternehmen gewinnbringend beteiligen wollen und von einer Idee gute Zukunftsaussichten erhoffen, spielt beim Crowdfunding eine gute Portion Emotion und Idealismus mit, die letztendlich auch dem Gründer Mut macht und motiviert, sein Projekt entsprechend umzusetzen und die Geldgeber, die an eine Idee glauben, nicht zu enttäuschen.

Crowdfunding als Indikator für Erfolgsaussichten

Nicht zuletzt bildet die Beteiligung der Crowd einen wertvollen Indikator für die Erfolgsaussichten einer Idee. Gründer und Kreative haben auf einer Crowdfunding Plattform Gelegenheit, ihre Ideen und Projekte zu präsentieren und um Kapital für deren Realisierung zu werben. Crowdfunding Plattformen wie startnext.de & Co oder seedmatch sind nicht nur die Schnittstelle zwischen Startup und Geldgeber, sondern gleichzeitig Instrument der Marktforschung, Verkaufsplattform und Werbemittel. Um an das Kapital der Geldgeber zu kommen, gilt es das Produkt entsprechend darzustellen und die potenziellen Finanziers von dessen Vorzügen zu überzeugen.

startnext.de
startnext (Bildquelle: Screenshot startnext.de)

20 Millionen Euro durch Crowdfunding und Crowdinvesting in diesem Jahr

Allein im letzten Jahr entstanden zahlreiche neue Plattformen, die dazu beitrugen, dass in Deutschland rund 10 Millionen Euro eingesammelt werden konnten. Davon fielen allein 3,4 Millionen Euro auf Crowdfunding. Für das Jahr 2013 erwarten die Prognosen eine Verdoppelung auf rund 20 Millionen Euro, die durch den Schwarm finanziert werden könnten. Der Anteil des dabei durch Crowdfunding generierten Kapitals wird auf rund 5 bis 6 Millionen Euro beziffert.

startnext.de als erfolgreichste Crowdfunding Plattform

Als derzeit bekannteste und erfolgreichste Crowdfunding Plattform in Deutschland gilt startnext.de (MindMap), über die seit ihrer Gründung Ende 2010 bisher mehr als 2.000 Projekte mit rund 4,4 Millionen Euro finanziert werden konnten und auf der allein 165.000 User registriert sind. Darüber hinaus sind aber auch Crowdfunding Plattformen wie Seedmatch, Kickstarter, Pling oder Sellaband aktiv, die mit unterschiedlichen Projekten und Klientel aber alle mit der gleichen Zielrichtung – Finanzierung neuer Projekte an den Start gegangen sind. Neben diesen deutschlandweit aktiven Plattformen finden sich noch einige lokal aktive Crowdfunding Plattformen wie Berlin Crowd, die sich auf die Förderung von lokalen Projekten und Startups konzentrieren.

Um sich über aktuelle Aktivitäten erfolgreicher Plattformen und die Entwicklung auf dem Gebiet der Startup-Finanzierung durch Crowdfunding informieren will, findet entsprechende Informationen im regelmäßigen Crowdfunding Monitor auf der Website fuer-gruender.de.

3 Kommentare

  1. Ich glaube, dass dies nur eine verübergehende Entwicklung ist. Ein Trend der irgendwann nicht mehr brandaktuell sein wird.

  2. Man will damit nur das klassische Banksystem umgehen. Eine bedenkliche Entwicklung. Solange alles gut geht recht und schön. Die Frage ist nur, wer zahlt – wenn ein Projekt nicht aufgeht. Ohne ordentliche Rückversicherung mit ausreichend Haftungseinlagen ein sehr bedenkliches Unterfangen.

  3. Hallo,

    ebenso wie Ernst Lukas sehe ich die Sache auch, denn im Moment springen viele auf den Zug aus, weil es ein großer und vor allem aktueller Trend ist. Derzeit gehen z. B. viele dieser fertigen Portale als Auktion über den Tisch und werden auch gut gekauft. Allerdings muss so ein Portal auch langfristig gesehen, gut laufen und das bedeutet langen Atem haben und investieren und zwar Geld, denn von nichts kommt nichts.

    Ich bin wirklich mal gespannt, wie sich das alles entwickelt, einige große und gute werden bleiben, der Rest wird sicher wieder in der Versenkung verschwinden. Warten wir mal ab….

    Gruß

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