Betriebswirt & Fachwirt: Fortbildungen im Kurzporträt!

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Es liegt einerseits in der Natur des Menschen, stetig nach neuem Wissen zu streben. Andererseits sind Digitalisierung und Globalisierung in der veränderten Arbeitswelt Ursache dafür, dass Weiterbildung einen immer höheren Stellenwert gewinnt. Nach einigen Jahren im Berufsleben steigt bei vielen Menschen das Bedürfnis, sich weiterentwickeln oder verändern zu wollen. Dabei ist es von Vorteil, die verschiedenen Weiterbildungsangebote und die Unterschiede einzelner Fortbildungen zu kennen. So werden im kaufmännischen Bereich Aufstiegsfortbildungen zum Betriebswirt, Fachwirt und Fachkaufmann angeboten. Die Abschlüsse Fachwirt und Betriebswirt weisen in einigen Punkten Ähnlichkeiten auf, unterscheiden sich aber in wesentlichen Punkten. Der folgende Gastbeitrag liefert Informationen zu den Unterschieden und Besonderheiten dieser Weiterbildungen, damit Interessenten besser entscheiden können, welche betriebswirtschaftliche Weiterbildung perfekt zu ihnen passt.

Fortbildung
Weiterbildung

Der Unterschied zwischen Betriebswirt und Fachwirt

Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass bei der Weiterbildung zum Betriebswirt komplexe funktionsbezogene Kenntnisse vermittelt werden. Bei der Ausbildung zum Fachwirt steht branchenbezogenes Wissen im Fokus.

Betriebswirt: Zwei unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten

Um eine Ausbildung zum Betriebswirt zu absolvieren, werden zwei verschiedene Ausbildungen angeboten.

Ausbildung zum Betriebswirt:

Bei dieser Variante handelt es sich um die höherwertigere, berufliche Qualifizierung. Eine Ausbildung zum Betriebswirt wird nur von Hochschulen, spezifisch von Fachhochschulen angeboten. Bei dieser Aufstiegs-Qualifizierung handelt es sich um ein Vollzeit-Studium. Der erfolgreiche Absolvent erwirbt einen Hochschul-Abschluss und einen akademischen Grad. Ein an einer Fachhochschule erworbener Abschluss Betriebswirt ist an der Endung FH erkennbar. Ein Studium zum Betriebswirt wird an staatlichen Institutionen vermittelt. Den Studenten wird die Möglichkeit zur Spezialisierung in den Fachbereichen Personalwesen, Organisation, Controlling, Rechnungs- und Finanzwesen oder Marketing angeboten.

Das Studium umfasst sechs Fachsemester und ein zusätzliches Prüfungssemester. Die meisten Studenten haben vor ihrem Studium eine Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf abgeschlossen und verfügen über Praxiserfahrungen. Schwerpunktmäßig vermittelt dieses Studium umfangreiche theoretisch betriebswirtschaftliche Kenntnisse.

Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt

Die Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt wird von der örtlichen IHK, Fernschulen und Berufsakademien angeboten. Die Prüfung wird unabhängig vom Bildungsträger immer von der IHK durchgeführt. Diese Ausbildung kann wahlweise in Teilzeit als auch in Vollzeit absolviert werden und dauert zwischen 3 und 4 Jahren. Sowohl die Weiterbildungen in Teilzeit als auch in Vollzeit sind bereichsübergreifend gestaltet. Die Teilnehmer profitieren von folgenden Vorteilen: Der Student lernt alle Teilbereiche der Betriebswirtschaft kennen. Ihm wird unentbehrliches Generalwissen vermittelt, welches in allen Bereichen anwendbar ist. Nachteilig an dieser Weiterbildung ist für einige Studenten, dass das theoretische Wissen in der Berufspraxis oft nicht verwertbar ist. Das Ziel dieser Fortbildung ist nicht die Vervollständigung, Aktualisierung oder Vertiefung von branchen- oder funktionsorientierten und berufspraktischen Kenntnissen.

Fortbildung zum Fachwirt

Eine erfolgreich abgeschlossene Fortbildung zum Fachwirt qualifiziert den Absolventen eindeutiger für eine bestimmte Tätigkeit oder einen Job in einem bestimmten Bereich.

Eine berufliche Aufstiegsfortbildung zum Fachwirt dauert zwischen 6 und 24 Monaten. Sie ermöglicht es dem künftigen Fachwirt, in seiner zuvor ausgewählten Branche zusätzliche Kenntnisse zu erwerben. Die erworbenen Kenntnisse erhöhen seine Aufstiegschancen in einem von ihm ausgewählten Unternehmen oder befähigen ihn, sich anschließend erfolgreich beruflich selbstständig zu machen.

Die Fortbildung zum Fachwirt ist hierzulande mit der Meisterprüfung im Handwerk gleichgestellt. Die Aufstiegsfortbildung wird dabei von privaten und von öffentlichen Bildungsträgern angeboten. Während der Ausbildung werden den Teilnehmern umfangreiche vertiefende Kenntnisse im Bereich Betriebswirtschaft vermittelt, wobei auch der Praxisbezug nicht vernachlässigt wird.

Besteht der Fachwirt die Abschlussprüfung qualifiziert er sich automatisch für den funktionsübergreifenden Ausbildungslehrgang staatlich geprüfter Betriebswirt. Diese Weiterbildung ist als sinnvoll zu empfehlen, da der Fachwirt generell fachkundiger wird. Er ist flexibler einsetzbar im Unternehmen und hat dadurch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Typische Spezialisierungsrichtungen sind Wirtschaftsfachwirt, Medienfachwirt, Bankfachwirt und Handelsfachwirt.

Bildquelle: Pixanay.com

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