Banana Pi: 1 GHZ Mini-PC macht Raspberry Pi Konkurrenz!

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Der Einplatinencomputer Raspberry Pi hat innerhalb kürzester Zeit eine erstaunliche Karriere hingelegt. Seit seinem Verkaufsstart im März 2012 wurde der Mini-PC in der Größe einer Scheckkarte mehr als 2,5 Millionen Mal verkauft. Ursprünglich als günstiger Schulrechner für Kids in ärmeren Regionen der Welt gedacht, hat der kleine Allrounder, der nicht nur mit seinem günstigen Preis von rund 30 Euro punkten kann, eine breite Community erobert.

Mittlerweile existiert eine Vielzahl an Bauanleitungen, Betriebssystemen und Zubehör für den Raspberry Pi, mit denen sich die verschiedensten Projekte realisieren lassen. Ob als Media-Server, Netzwerkspeicher (NAS), digitaler Bilderrahmen oder gar im Verbund als Cluster zum Bitcoin Mining – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wohl aber setzt die Hardwareausstattung Grenzen, denn der Raspberry Pi in der Revision B arbeitet nur mit einer 700 MHz CPU (ARM11) und 512 MB RAM. Hier wäre etwas mehr Power gern gesehen.

Mit dem deutlich leistungsstärkeren Banana Pi gibt es nun eine echte Alternative zum Raspberry Pi.

Banana Pi
Banana Pi (Bildquelle: Screenshot bananapi.org)

Banana Pi: 1GHz Dual-Core Prozessor, 1GB RAM und SATA-Anschluss

Der in China hergestellte Banana Pi wirkt wie ein Raspberry-Klon. Er verfügt über eine ähnliche Architektur wie sein kleiner Bruder, ist allerdings um ca. 7mm größer. Im Gegensatz zum 1-Kern-Prozessor des RasPi wird der Banana Pi von einem Cortex-A7 Dual-Core CPU mit 1GHz Taktung angetrieben und mit 1GB RAM ist der chinesische Mini-Computer dem britischen Vorbild auch in puncto Arbeitsspeicher deutlich überlegen.

Das Board bietet die gleichen Anschlüsse und Konnektivitäten wie der Raspberry Pi. Neben dem HDMI-Anschluss, für den Anschluss an Monitor oder TV, einer Chinch-Buchse für Composite Video und einem 3,5 mm-Klinkenstecker für das Audio-Signal gibt es zwei ausgewachsenen USB 2.0 Ports und den Micro-USB-Port für die Stromversorgung.

Hinzu kommen beim Banana Pi ein eingebautes Mikrofon, ein Infrarotempfänger, eine Schaltereinheit mit An/Aus und Reboot-Tasten sowie SATA-Unterstützung für den Anschluss einer 2TB Festplatte. Der Onboard Netzwerk-Port arbeitet im Gegensatz zum RasPi mit bis zu 1.000 MBit/s. Wie sein älterer Verwandter und Vorbild bootet auch der Banana Pi von einer SD-Karte, wobei beliebige LINUX-Varianten von Debian bis Android 4.4 unterstützt werden. Es können verschiedene Betriebssysteme auf unterschiedliche SD-Karten installiert und je nach Bedarf und Projekt das entsprechende System gebootet werden.

Hersteller verspricht Kompatiblität mit Raspberry Pi Modulen

Aufgrund des nahezu identischen Schaltungslayouts und der GPIO Schnittstelle soll der asiatische Mini-PC laut Herstellerangaben problemlos zu den verschiedenen Add-On Modulen des RasPi kompatibel sein. In der Praxis ist dies allerdings nicht immer der Fall. So passt beispielsweise schon das Kamera-Modul für den Raspberry nicht an den dafür vorgesehenen Steckplatz. Mit einigen Modifikationen gelingt allerdings die Migration der meisten Module des RasPi auf den Banana Pi. Außerdem dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der Hersteller hier Abhilfe schaffen kann und sich – ähnlich dem Raspberry Pi – eine aktive Entwickler-Community um die Entwicklung von Programmen und Anwendungen kümmert.

Banana Pi nicht als Direktimport bestellen

Aufgrund der deutlich besseren Leistungsmerkmale ist der Einplatinenrechner momentan mit rund 60 Euro noch deutlich teurer als sein Vorbild, das als Model B für rund 30 Euro zu haben ist. Das günstigste Angebot findet sich derzeit auf einer chinesischen Handelsplattform. Allerdings sollten Kunden, die sich für den Banana Pi interessieren, diesen am besten über einen Händler in Deutschland beziehen. Hier wären beispielsweise Voelkner oder ALLNET die richtigen Ansprechpartner.

Wer sich für einen Direktimport aus China entscheidet, könnte Probleme mit dem Zoll bekommen. Grund soll das fehlende CE-Zeichen sein, das leider nicht aufgedruckt ist, obwohl ein entsprechendes Zertifikat existiert. Die Alternativen wären dann zurückschicken oder vernichten.

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