10 Raspberry Pi Alternativen im Kurzporträt!

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Der im März 2012 erstmals in den Handel gebrachte Mini-Computer Raspberry Pi löste einen wahren Hype aus. Mit über 3 Millionen verkauften Einheiten ist er heute der erfolgreichste Einplatinen-Rechner der Welt. Der unschlagbar günstige Preis von rund 30 Euro tut ein Übriges. Mit dem Raspberry Pi sollte bei Schülern die Lust am Experimentieren mit Computern angeregt werden. Jedoch entdeckten bald die Bastler das kleine Stück Hardware. Mittlerweile sind unzählige Bauanleitungen zu finden und Anwendungen insbesondere als Server und zur Home-Automatisierung umgesetzt worden.

Doch der RasPi ist nicht der einzige seiner Klasse und Micro-Computer sind längst keine Exoten mehr. Verschiedene Hersteller sind mittlerweile auf den Zug aufgesprungen und haben ähnliche Minirechner auf den Markt gebracht, die allerdings in puncto Popularität weit hinter dem Raspberry Pi rangieren, obwohl der eine oder andere sogar mehr zu bieten hat, als der RaspBerry Pi. Einige der Alternativen zum derzeitigen Marktführer sollen hier vorgestellt werden.

RaspberryPi B+

Seit diesem Monat ist mit dem Raspberry Pi B+ eine weitere Ausbaustufe des Einplatinen-Computers im Handel erhältlich, die im Vergleich zum Model B über vier statt zwei USB-Ports und 40 anstatt 26 GPIO-Ports verfügt. Außerdem wurde die Leistungsaufnahme verringert und der SD-Kartenslot gegen einen kompakteren MikroSD-Kartenslot getauscht.

Banana Pi

Der Banana Pi ist die wohl die derzeit bekannteste und aktuellste Alternative. Dabei handelt es sich um einen chinesischen Klon des Raspberry Pi, der dem Vorbild allerdings um Einiges überlegen ist. Dafür sprechen unter anderem der Cortex-A7 Dual-Core Prozessor mit 1GHz Taktung, 1GB RAM und eine Reihe weiterer Ausstattungsmerkmale.

Banana Pi
Banana Pi

Weitere Informationen zum Banana Pi finden Sie in einem letzten NetzNews Artikel.

HummingBoard

Auch der HummingBoard aus dem Hause SolidRun ist ein klassischer RasPi-Klon, der allerdings in drei Ausführungen ab 45$ zu haben ist. Das Einstiegsmodell SolidRun HummingBoard-i1 mit 800 MHz-Einkernprozessor und 512 MB RAM hat eine ähnliche Spezifikation, wie der Raspberry Pi. Im Spitzenmodell SolidRun HummingBoard-i2eX für rund 100$ wird ein Dual-Core-Prozessor sowie 1GB Arbeitsspeicher mit 64-Bit-Controller auf einer kleinen Platine verbaut. Außerdem verfügt dieses über mSATA-, mPCIe- und Infrarot-Anschluss. Das Modell soll noch in diesem Monat in die Shops kommen.

HummingBoard
HummingBoard

BeagleBone Black

Der BeagleBone Black bewegt sich mit einem Preis von 55$ im gleichen Preissegment wie der RaspPi, ist diesem laut einem Vergleich im Do It Yourself Magazin Make in einigen Bereichen überlegen. So zeichnet sich der Microcomputer auf der markanten schwarzen Platine durch einen schnelleren Prozessor (1GHz TI Sitara AM3359 ARM Cortex A8) aus. Außerdem verfügt der kleine Schwarze über 2 GB On Board Speicher, während der Raspberry Pi erst mit einer SD-Karte bestückt werden muss. Dank seiner Arduino-Kompatibilität gewinnt der RasPi den Vergleich allerdings trotzdem knapp.

MinnowBoard Max

Der auf Intels Atom-Prozessoren basierende MinnowBoard Microcomputer ist in zwei Varianten erhältlich. Einmal als
Der MinnowBoard Max ist mit einem 1,91 GHz-Prozessor sowie Intel-HD Grafik ausgestattet und läuft mit LINUX und Android. Im Gegensatz zum RasPi, der vorrangig als Minirechner für den Schuleinsatz und für Basteleinsteiger konzipiert ist, richtet sich der MinnowBoard Max an den ernsthaften und fortgeschrittenen Bastler. Der Preis liegt bei der kleineren Variante bei 99$, während für die Dual-Core-Version 139$ fällig werden.

Odroid-U3

Besonders auffällig ist hier der große Kühlkörper für den 1,7GHz Quad-Core SAMSUNG Prozessor, der auch im Samsung Galaxy S3 Smartphone zum Einsatz kommt. Damit steht nicht nur die vierfache Leistung gegenüber dem Raspberry Pi zur Verfügung, sondern der Ondroid -U3 verfügt mit 2 GB RAM auch über das Vierfache an Arbeitsspeicher. Laut Hersteller ist die Performance des Ondroid-U3 drei- bis sechsmal besser als die des bekannteren Konkurrenten. Mit einem Preis von rund 65$ im guten Mittelfeld angesiedelt, liegt der Ondroid-U3 laut Umfrage des Portals LinuxGizmos.com vom Mai 2014 hinter Raspberry P und dem BeagleBone Black auf dem dritten Platz in der Gunst der Bastler und Tüftler.

Odroid-U3
Odroid-U3

Udoo

Der als Kickstarter-Projekt entwickelte Udoo-Quad ist mehr als eine Alternative, denn dieser Mini-PC vereint zwei Geräte in einem. Der Udoo ist eine Kombination aus einem superschnellen Raspberry Pi und einem Arduino-Board mit einem eigenen Prozessor. Das Microcontroller Board Arduino Due, mit dem sich umfangreiche Anwendungen realisieren lassen, müssen Raspberry Pi Besitzer, die Geräte Steuern und andere Anwendungen aus dem Bereich Internet der Dinge umsetzen wollen, zusätzlich kaufen.

Der Udoo ist in den drei Varianten Basic, Dual und Quad erhältlich, die alle von einem ARM-Cortex-A9 Prozessor angetrieben werden. Der Hersteller wirbt damit, dass 4 Raspberry PI und ein Arduino Due Board notwendig seien, um auf die Leistungsfähigkeit des Udoo Quad zu kommen. Die Preisspanne für den Udoo reicht von 73 Euro bis 99 Euro.

Radxa Rock

Der Einplatinen-Rechner Radxa Rock wird von einem 1,6 GHz Quad-Core Prozessor angetrieben, besitzt eingebautes Bluetooth sowie integriertes WiFi und wird in zwei Spezifikationen geliefert. Für 79$ gibt es die Version mit 1GB RAM und 4GB Onboard-Speicher und für 99€ können sich Kunden die Variante mit 2GB RAM und 8GB Onboard-Speicher bestellen. Eine kleine Besonderheit zeichnet den Radxa Rock zusätzlich aus. Das Gerät wird bereits in einem transparenten Plastikgehäuse geliefert, so dass Bastler kein Gehäuse extra kaufen müssen.

CubieTruck (Cubieboard3)

Der Einplatinen-Rechner für 89 Euro ist eine extrem leistungsfähige Alternative zum Raspberry Pi, die seit 2013 verfügbar ist. Es handelt sich dabei um eine verbesserte Variante des Cubieboard. Verbaut wurde hier ein ARM-Cortex-A7 Dual-Core-Prozessor mit bis zu 1,2 GHz Taktfrequenz sowie 2GB DDR3 RAM. Neben 8GB NAND-Flash-Speicher sind beim CubiTruck WLAN und Bluetooth und sogar ein SATA-Anschluss an Bord. Darüber hinaus stehen zwei USB-Host-Anschlüsse, eine Infrarotschnittstelle sowie ein SPDIF- und ein Kopfhöreranschluss bereit.

Cubieboard3
Cubieboard3

Im Lieferumfang sind unter anderem USB-Kabel zur Stromversorgung, SATA-Kabel und ein Acryl-Gehäuse inkl. Schrauben enthalten. Letzteres erlaubt sogar, eine Festplatte gemeinsam mit dem Gerät zu verstauen.

Hackberry A10

Das Hackberry A10 Developer Board des Herstellers Miniand ist in zwei Varianten für 60$ bzw. 65$ erhältlich und nutzt einen ARM-Cortex-A8-Prozessor, der mit 1,2 GHz getaktet ist. Die kleinere Version ist mit 512 MHz und die größere mit 1GB RAM sowie für die Grafik mit einer Mali-400 GPU ausgestattet. Damit ist die Hardware leistungsfähiger als beim Raspberry Pi. Zur Installation des Betriebssystems (Android 4.0) stehen 4GB Flash-Speicher zur Verfügung, die sich per SD-Karte um 32GB erweitern lassen, so dass auch größere LINUX-Distributionen, wie Ubuntu genutzt werden können.

Natürlich kann dieser Beitrag nur die wichtigsten Alternativen zum Raspberry Pi aufzeigen. Immer mehr Hersteller drängen auf den Markt und wollen im Konzert der Microcomputer für Bastler und Entwickler mitmischen.

4 Kommentare

  1. Wer allerdings einen XBMC realisieren möchte, der wird wegen der benötigten Codecs weiterhin auf einen originalen Raspberry angewiesen sein.

  2. und wie sieht es bei den Alternativen mit der Software aus? Kann man das Raspi-Image verwenden, oder ist man auf die Anpassungen des jeweiligen Herstellers angewiesen …

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